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Fatme schrieb am 26.4. 2003 um 02:28:28 Uhr über

Islam

Kurzvortrag

Karlheinz Ovwerstolz

Die fünf Säulen des Islam


Islam

[auch is?la:m; der; arabisch, Ergebung]

die von dem Propheten Mohammed Anfang des 7.
Jahrhunderts in Mekka gestiftete Religion, deren Anhänger
sich Moslems oder Muslime nennen.

Wenige Jahrzehnte nach dem Tod des Stifters kam es wegen
unterschiedlicher Auffassung über dessen Nachfolge und
über die Leitung der Glaubensgemeinde zur Spaltung der
Moslems, deren zwei große Richtungen die Sunniten und die
Schiiten bilden.

Der Islam ist monotheistisch und kennt nur die unbedingte
Ergebung in den Willen Allahs, der als der einzige Gott und
Schöpfer aller Dinge sowie Herrscher über die Welt verehrt
wird. Der gläubige Moslem erhält als Lohn für ein
gottgefälliges Leben einen Aufenthalt voller sinnlicher
Freuden im Paradies; den Verdammten dagegen erwarten
Höllenstrafen. Wer für die Ausbreitung des Islams stirbt,
kommt unmittelbar in das Paradies.

Die religiösen Glaubenssätze und Pflichten sind genau
festgelegt; zu ihnen gehören die »fünf Pfeiler«:

1. Glaubensbekenntnis: Es gibt keinen Gott außer Allah, und
Mohammed ist sein Prophet; -
2. Gebet: die Sunniten beten
fünfmal, die Schiiten dreimal am Tag, kniend auf öffentlichen
Anruf hin, in ritueller Reinheit; - (Vorm Gebet Fußwaschungen, Geschichte
erzählen, wie ich Mohammed (Busfahrer) bei der Fußwaschung antraf.
3. Almosengeben; -
4. Fasten: dreißigtägiges Fasten im Monat Ramadan von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang; -
5. Wallfahrt nach
Mekka (Hadsch): mindestens einmal im Leben.

Zu den Verboten zählt u. a. der Genuss von Alkohol und
Schweinefleisch. Als die beiden Hauptfeste gelten der
»kleine« und der »große« Bairam. Ersterer beendet als "Fest
des Fastenbrechens" (Auch Frühstücksfest) den Ramadan, letzterer wird als
»Opferfest« von den Nicht-Mekka-Pilgern zu Hause mit der
Opferung eines Schafs gefeiert.
Geschichte von Walbona

Das heilige Buch des Islam
ist der Koran, der die gesammelte Offenbarung Allahs an
Mohammed enthält. Gemäß dem Glauben der Moslems sind
diese Offenbarungen die Wiedergabe einer im Himmel
befindlichen Urschrift, der auch die Tora der Juden und die
Evangelien der Christen entstammen, was die
Gemeinsamkeiten dieser drei Religionen erklärt. Da der
Koran als Richtschnur für das religiös-soziale Leben nicht
ausreichte, entstand die Sunna mit ihren Nachrichten über
Aussprüche, Wirken und Leben des Propheten sowie seiner
Genossen, die im Hadith gesammelt wurden und als Leitsätze
für Denken, Leben und Handeln normative Bedeutung haben.

Seinen Ausgang nahm der Islam in Mekka, wo die Kaaba, das
arabische Nationalheiligtum, unter dem Schutz der
Koreischiten stand. Diesem Stamm gehörte Mohammed an;
622 musste er sich dem Zugriff der Koreischiten durch die
Auswanderung (Hedschra) nach Medina entziehen. Von hier
aus verbreitete er seine Lehre, und bald konnte er mit
kriegerischen Mitteln Mekka zurückgewinnen und die Kaaba
zum äußeren Mittelpunkt des Islams machen. Nach dem Tod
Mohammeds breiteten seine Nachfolger (Kalifen) in
zahlreichen Kämpfen den Islam aus. Zur Zeit der größten
Ausdehnung reichte die Einflusssphäre des Islams von den
Pyrenäen bis nach Indien und China. Um die Mitte des 17.
Jahrhunderts setzte eine rückläufige Bewegung ein.

Infolge der Geschlossenheit des verwalteten Gebiets war
nicht nur ein weltweiter Handel möglich; es lag hierin auch
der bedeutende Einfluss begründet, den die islamische Kunst
(besonders die Baukunst), die Poesie sowie die
Naturwissenschaften (Chemie und Mathematik [arabische
Ziffern]) im gesamten Mittelalter über Spanien (Toledo) und
auch Italien (von Afrika über Sizilien) auf das Abendland
ausübten.

Die Wiedererweckung des Islams als politische Kraft hat
unter dem Begriff »Reislamisierung« heute weite Teile der
islamischen Welt erfasst. Im Hinblick auf das Verhältnis von
Staat und Religion sind hier vier Richtungen zu erkennen: 1.
Der Fundamentalismus (Iran, Afghanistan, Algerien) fordert
die unlösbare Einheit von Religion, Staat und Gesellschaft
mit der Scharia als Staatsgesetz und lehnt die
demokratischen Verfassungen und Lebensformen der
westlichen Welt radikal ab. 2. Im Gegensatz dazu treten die
Säkularisten (Syrien, Ägypten, Türkei) für eine »laizistische«
Staatsform ein. 3. Zwischen beiden Richtungen stehen die
Traditionalisten (Saudi-Arabien), die zwar die Scharia im
öffentlichen Leben ihres Landes durchsetzen, aber
außenpolitisch sich nicht gegen den Westen wenden. 4. Die
Liberalen, die gegenwärtig in den islamischen Staaten, aber
auch als Exilanten im Westen eine Minderheit von
Intellektuellen, Schriftstellern und Politikern bilden, wollen
den Islam ohne islamische Staatsform praktiziert sehen.

Der Islam wird heute in 24 Staaten besonders gefördert, mit
ca. einer Milliarde Moslems bildet er die zweitgrößte
Weltreligion. In Deutschland leben ca. 3,3 Millionen
Moslems.

Die islamischen Reiche

Nach der Hedschra (622) übernahm Mohammed die
politische Führung in Medina. 630 ergab sich Mekka
kampflos. Bis zu seinem Tod 632 hatten sich fast alle
Beduinenstämme Arabiens seiner Herrschaft unterworfen.
Mohammeds Nachfolger (Kalif) Abu Bakr (632-634) musste
zunächst die abgefallenen Beduinen wieder unterwerfen. Er
sowie Omar I. (634-644) und Othman (644-656) dehnten
das Reich aus, sie eroberten den Irak, Syrien, Ägypten,
Persien und kurzfristig Zypern.

Mit der Ermordung Othmans, der der Familie der Omajjaden
angehörte, brachen die ersten inneren Kämpfe aus. Der 4.
Kalif Ali (656-661) musste sich seiner Rivalen in Medina
erwehren. Er verlegte die Regierung nach Kufa und
behauptete sich gegen Aïscha, die Witwe Mohammeds. Ein
Schiedsgericht setzte sowohl Ali als auch seinen Rivalen
Moawija I. ab. Nachdem Ali kurz darauf ermordet worden war,
ging die Macht an Moawija und damit an die Omajjaden in
Damaskus über. Unter ihnen breitete sich das Reich nach
Nordafrika, nach Turkistan, dem Pandschab und Spanien
aus. Die Vorstöße nach Südfrankreich schlug Karl Martell
732 zurück. Im 7. und 8. Jahrhundert belagerten die Araber
Konstantinopel von der Seeseite. Im Innern wurde das Reich
bald durch schwere Kämpfe zwischen nord- und
südarabischen Stämmen erschüttert. Das Ansehen der
Dynastie verfiel.

Im Osten, in Khorasan, kamen die Abbasiden an die Macht
(750-1258). 749 ließ sich Abul Abbas in Kufa als Kalif
huldigen. In Córdoba konnte der Omajjade Abd Ar Rahman
756 seine Dynastie erneuern. Unter den ersten
Abbasidenkalifen, besonders Harun Ar Raschid (786-809),
blühten Wissenschaft, Kunst, Handel und Verwaltung
(Postwesen). Das Arabische wurde die das ganze Reich
einigende Bildungssprache. Mutasim verlegte 836 die
Residenz zeitweilig nach Samarra. Die äußeren
Reichsgrenzen wurden kaum erweitert. Der ununterbrochene
Krieg gegen die Byzantiner blieb ohne Erfolg; 826 wurde
Kreta erobert. Bereits nach dem Tod Harun Ar Raschids
begann der Niedergang der Abbasiden; die Provinzen wurden
immer unabhängiger. Die Generale der türkischen
Sklavenleibwache gewannen Einfluss; mächtige Statthalter
erhielten ihre Provinz gegen Tributzahlung als Erblehen. So
entstanden die Dynastien der Aghlabiden (800-909) in
Nordafrika, der Tuluniden (868-905) in Ägypten und Syrien.
Das Reich zerfiel in zahlreiche Fürstentümer: 821-873
herrschten die Tahiriden in Khorasan, 892-999 die
Samaniden in Buchara und Khorasan, 905-1008 die
Hamdaniden in Nordsyrien und Mesopotamien, 935-969 die
Ichschididen in Ägypten und Palästina. Sie wurden von den
Fatimiden verdrängt. Im Jemen machte sich 859 die
Dynastie der Zaiditen selbständig. Der schiitische
Geheimbund der Karmaten gründete um 877 in Ostarabien
einen Staat mit kommunistischen Tendenzen, der sich etwa
bis 1037 hielt. In Persien herrschten 932-1055 die
schiitischen Bujiden; sie besetzten 945 Bagdad und
entmachteten die Kalifen vollends.

Mit den sunnitischen Seldschuken trat die erste Dynastie der
Türken auf; 1040-1090 hatten sie Persien, Buchara, Irak
und Syrien unterworfen und entrissen den Byzantinern große
Teile Anatoliens. Im 12. Jahrhundert zerfiel ihr Reich wieder.
An ihre Stelle traten die Ajjubiden 1171; sie drängten in
Palästina die Kreuzfahrer zurück (Saladin). Seit der Mitte des
11. Jahrhunderts regierten in Nordafrika und Spanien die
Almoraviden, die 1147 von den Almohaden (bis 1212 in
Spanien) gestürzt wurden. Diesen folgten 1269 in Marokko
die Meriniden. Unter dem Ansturm der Mongolen 1218-1260
brach das Islamische Reich zusammen. Allein die Mamluken,
die 1252-1517 in Ägypten und Nordafrika herrschten,
widerstanden den Mongolen (Baibars). Um 1300 rief der
Türke Osman zu neuem Glaubenskrieg gegen die Byzantiner
auf. Seine Nachfolger errichteten in den folgenden
Jahrhunderten das Osmanische Reich (Türkei), das den
größten Teil des Islamischen Reichs, außer Persien,
umfasste; sie nahmen den Titel Kalif an. Indien, Türkei




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