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Heiner schrieb am 31.8. 2000 um 17:01:47 Uhr über

Unsichtbar

Unsichtbar für viele man doch sehr lange nicht an die Existenz von Luft da man sie nicht sehen kann da sie unsichtbar ist die Vögel fliegen unsichtbare sie sehen dort nichts also ist dort nichts
Der Internet-Provider Versatel verspricht Surfvergnügen ohne Limit zum Pauschaltarif. Doch offensichtlich steckt er alles Geld in die Werbung, nicht ins Produkt. Der Netzzugang ist für Kunden reines Glückspiel.
Internet-Pauschaltarife sind was Feines: Einmal im Monat bucht der Provider einen fixen Betrag vom Konto ab, und dafür kann man nach Herzenslust ins Internet. Telefonkosten inklusive. AOL und T-Online bieten so einen Zugang mittlerweile für unter 80 Mark im Monat an. Allerdings mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr. Wer heute unterschreibt, muss wenigstens ein Jahr lang Kunde bleiben. Bei Versatels Tarif Sonnebekannt aus Funk und Fernsehenist das anders. Hier können die Kunden zum jeweils nächsten Monatsende kündigen. Eine sympathische Politik, dachte ich, und wurde Kunde.
»Für sagenhafte 79 Mark im Monat kannst Du mit Sonne surfen ohne Limit«, verspricht das Online-Unternehmen vollmundig. Versprochen ist versprochenund wird nicht gebrochen? Ach was, Pleite auf der ganzen Linie. Seit Wochen plagt sich die liebe Kundschaft mit unerreichbaren Zugängen herum. Einwahlversuche am Abend und Wochenende sind nahezu hoffnungslos. Es gibt noch nicht mal ein Besetztzeichen – Totenstille am anderen Ende der Leitung.
Das gilt auch für den Kunden-Support. Die Mitarbeiter an der teuren 01805-Hotline verlieren sich in widersprüchlichen Ausflüchten. E-Mails werden gar nicht erst beantwortet. Klar, daran verdient man schließlich nichts. Das einzige, was zuverlässig zu funktionieren scheint, sind die Abbuchungen vom Konto. Zu viele Kunden wollen ins Netz. Trotzdem wird der Dienst weiter kräftig beworben – und das Problem damit nur verschärft. Das wäre so, als ob ein Bus, in dem alle Fahrgäste eh' schon eng gepackt wie Sardinen stehen, trotzdem noch anhält, um wartende Fahrgäste einsteigen zu lassen.
Das, was Versatel derzeit veranstaltet, ist Betrug am gutgläubigen Kunden. Nicht nur, dass den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird, sie werden auch noch belogen. Anstatt das Problem erst mal einzugestehen und sich schleunigst um eine Lösung zu kümmern, wird weiter kräftig akquiriert. Das ist unverantwortlich.
Als das Unternehmen das Problem nicht mehr leugnen konnte, behaupten die Manager: »Leider liegt das Problem nicht allein bei Sonne«. Wen interessiert das? Auf der selben Web-Seite wird nämlich versprochen, dass Engpässe »absolut ausgeschlossen« seien. Auf die Frage, ob es zu Kapazitätsengpässen kommen könne, behauptet der Provider: »Nein. Es gibt unterschiedliche Einwahlrufnummern, die den Kunden je nach Herkunft zugeordnet werden«. Aha, scheint nur nicht zu klappen, dieses Konzept.
Angeblich tragen andere das Büßerhemd, weil nicht genügend IP-Adressen zur Verfügung stehen. Uninteressant, denn es gehört wohl eindeutig zu einer soliden Bedarfsplanung, die benötigten Kapazitäten zu schätzen und zu reservieren. Mir als Kunde ist es letztlich egal, ob nicht genügend Modems oder nicht genügend IP-Adressen vorhanden sind. Sofort die Notbremse zu ziehen und keine weiteren Kunden willkommen zu heißen, wäre die erste notwendige Schritt beim Krisenmanagement.
Wer sich auf »Sonne« verlässt, der ist verlassen. Schade nur, wenn betrogene Kunden nun glauben, das sei halt so im Internet. Dieser Schluss ist unzulässig. Wer bei vernünftigen Online-Diensten oder Providern Kunde wird, bekommt rund um die Uhr Zugang. Allerdings kostet es auch ein bisschen mehr. Einmal mehr haben Pauschaltarife in Deutschland nicht funktioniert. Mein Tipp: Erst mal Finger weg von »Sonne«. Oder schnellstens kündigen.
Jörg Schieb (35) lebt und arbeitet nahe Düsseldorf als freier Journalist für Fachmagazine, Zeitschriften und Hörfunk. Er ist Autor vieler Computerbücher sowie der Computersendung »Angeklickt« im WDR.
Der Internet-Provider Versatel verspricht Surfvergnügen ohne Limit zum Pauschaltarif. Doch offensichtlich steckt er alles Geld in die Werbung, nicht ins Produkt. Der Netzzugang ist für Kunden reines Glückspiel.
Internet-Pauschaltarife sind was Feines: Einmal im Monat bucht der Provider einen fixen Betrag vom Konto ab, und dafür kann man nach Herzenslust ins Internet. Telefonkosten inklusive. AOL und T-Online bieten so einen Zugang mittlerweile für unter 80 Mark im Monat an. Allerdings mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr. Wer heute unterschreibt, muss wenigstens ein Jahr lang Kunde bleiben. Bei Versatels Tarif Sonnebekannt aus Funk und Fernsehenist das anders. Hier können die Kunden zum jeweils nächsten Monatsende kündigen. Eine sympathische Politik, dachte ich, und wurde Kunde.
»Für sagenhafte 79 Mark im Monat kannst Du mit Sonne surfen ohne Limit«, verspricht das Online-Unternehmen vollmundig. Versprochen ist versprochenund wird nicht gebrochen? Ach was, Pleite auf der ganzen Linie. Seit Wochen plagt sich die liebe Kundschaft mit unerreichbaren Zugängen herum. Einwahlversuche am Abend und Wochenende sind nahezu hoffnungslos. Es gibt noch nicht mal ein Besetztzeichen – Totenstille am anderen Ende der Leitung.
Das gilt auch für den Kunden-Support. Die Mitarbeiter an der teuren 01805-Hotline verlieren sich in widersprüchlichen Ausflüchten. E-Mails werden gar nicht erst beantwortet. Klar, daran verdient man schließlich nichts. Das einzige, was zuverlässig zu funktionieren scheint, sind die Abbuchungen vom Konto. Zu viele Kunden wollen ins Netz. Trotzdem wird der Dienst weiter kräftig beworben – und das Problem damit nur verschärft. Das wäre so, als ob ein Bus, in dem alle Fahrgäste eh' schon eng gepackt wie Sardinen stehen, trotzdem noch anhält, um wartende Fahrgäste einsteigen zu lassen.
Das, was Versatel derzeit veranstaltet, ist Betrug am gutgläubigen Kunden. Nicht nur, dass den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird, sie werden auch noch belogen. Anstatt das Problem erst mal einzugestehen und sich schleunigst um eine Lösung zu kümmern, wird weiter kräftig akquiriert. Das ist unverantwortlich.
Als das Unternehmen das Problem nicht mehr leugnen konnte, behaupten die Manager: »Leider liegt das Problem nicht allein bei Sonne«. Wen interessiert das? Auf der selben Web-Seite wird nämlich versprochen, dass Engpässe »absolut ausgeschlossen« seien. Auf die Frage, ob es zu Kapazitätsengpässen kommen könne, behauptet der Provider: »Nein. Es gibt unterschiedliche Einwahlrufnummern, die den Kunden je nach Herkunft zugeordnet werden«. Aha, scheint nur nicht zu klappen, dieses Konzept.
Angeblich tragen andere das Büßerhemd, weil nicht genügend IP-Adressen zur Verfügung stehen. Uninteressant, denn es gehört wohl eindeutig zu einer soliden Bedarfsplanung, die benötigten Kapazitäten zu schätzen und zu reservieren. Mir als Kunde ist es letztlich egal, ob nicht genügend Modems oder nicht genügend IP-Adressen vorhanden sind. Sofort die Notbremse zu ziehen und keine weiteren Kunden willkommen zu heißen, wäre die erste notwendige Schritt beim Krisenmanagement.
Wer sich auf »Sonne« verlässt, der ist verlassen. Schade nur, wenn betrogene Kunden nun glauben, das sei halt so im Internet. Dieser Schluss ist unzulässig. Wer bei vernünftigen Online-Diensten oder Providern Kunde wird, bekommt rund um die Uhr Zugang. Allerdings kostet es auch ein bisschen mehr. Einmal mehr haben Pauschaltarife in Deutschland nicht funktioniert. Mein Tipp: Erst mal Finger weg von »Sonne«. Oder schnellstens kündigen.
Jörg Schieb (35) lebt und arbeitet nahe Düsseldorf als freier Journalist für Fachmagazine, Zeitschriften und Hörfunk. Er ist Autor vieler Computerbücher sowie der Computersendung »Angeklickt« im WDR.



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