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Als das verkannteste Kunstwerk der bildenden Kunst ging die Badewanne des Düsseldorfer Kunstprofessors Josef Beuys in die Kunstgeschichte ein.
Das Objekt, eine Emailbadewanne, die mit Heftpflaster und Mull beklebt war, wurde während der Vorbereitungsarbeiten zu einer Ausstellung im Depot von Schloß Morsbroich bei Leverkusen aufbewahrt.
Im gleichen Raum lagerte auch die Bestuhlung des Kulturzentrums, die von den Frauen des SPD-Ortsvereins Leverkusen-Alkenrath für eine der 1978er Wahlveranstaltungen benötigt wurde.
Die Frauen hatten nicht nur für eine prominente Rednerin gesorgt, sondern auch für Bier.
Nur mit der Kühlung haperte es.
In Ermangelung eines anderen Behältnisses bediente man sich der in den Augen der Frauen etwas schmuddeligen Badewanne.
Das von Beuys absichtsvoll angebrachte Heftpflaster wurde abgepult, die Wanne tüchtig gescheuert, kaltes Wasser rein, fertig war die improvisierte Bierkühlanlage der patenten Frauen.
Die SPDlerinnen ahnten nicht, was sie da angerichtet hatten.
Das Kunstwerk war nämlich von der Versicherung mit 56 000 DM taxiert worden, und Besitzer Lutz Schirmer, ein Münchner Verleger, bestand auf der vollen Erstattung des Schadens.
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