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In der mit 10 nicht immer artigen Kindern gesegneten Famlie K. aus H. gab es einen besonders wirkungsvollen Bravmacher.
Ein nach altem Familienrezept hergestelltes Beruhigungspräparat, Herr K. war, wie schon sein Vater, als Angestellter in einem pharmazeutischen Labor quasi Fachmann für solche Mixturen.
War eines der Blagen wieder ungehorsam gab es zum Abendbrot in den Fruchtsaft ein Schnapsgläschen des Bravmachers. Mit nachhaltiger Wirkung.
Still und diszipliniert blieb der Plagegeist nun, ließ sich ohne Murren den ungeliebten Sonntagsanzug, bzw. das Sonntagskleid anziehen um anschließen mit dem Rosenkranz in den Händen im stummen Gebet zu verharren.
Als das 8., zweitjüngste Kind der Familie K., welches als besonders ungezogen und hyperaktiv galt, so von einer Minute auf die andere ein braves betendes Kind wurde, zog das die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich.
Eine überstellung zum gerichtsmedizinischen Öffnen des braven Kindes und 7 Exhumierungen wurden angeordnet.
Unter diesem Druck waren Herr und Frau K. schnell geständig, ließen sich brav abführen und waren bald sehr brave Zelleninsassen. Es war beiden gelungen, eine Phiole mit dem bewährten Bravmacher in die Untersuchungshaft zu schmuggeln.
Die verbliebenen zwei Kinder der Familie K. wurden in ein Weisenhaus verbracht. Hier regierte lediglich der bewährte Rohrstock als Bravmacher.
Schmerzhaft aber auch von kürzerer Nachhaltigkeit und ohne Langzeitwirkungen.
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