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fitzliputzli schrieb am 27.12. 2000 um 19:12:30 Uhr über

Begriff

Um dem Chaos des Wahrgenommenen nicht ohnmächtig gegenüberzustehen, bilden wir Begriffe. Es sind Substitute, die die Phänomene für unser Denken handhabbar machen. Begriffsbildung ist also ein Akt der Machtausübung. Über das Verhältnis zwischen Phänomen und Begriff wiederum ist keine Aussage möglich, da unserem Denken das Phänomen selbst nicht zugänglich ist.
Um ein Phänomen zu denken, müssen wir seine Indizies unterdrücken. Wir denken und wir kommunizieren mit solchermaßen verstümmelten Platzhaltern, den Begriffen, und fördern dabei die angeborene Neigung zutage, Begriff und ihm zugrundeliegende Tatsächlichkeit permanent miteinander zu verwechseln.
Da jedes Phänomen eine unbegrenzte Zahl an Eigenschaften hat, ist der Begriff eines Phänomens der um den Subtrahend Unendlich reduzierte Abdruck desselben. Somit beträgt die Differenz zwischen Begriff und Phänomen nicht weniger als unendlich. Die Frage muß sich stellen, was dann der Begriff angesichts einer so großen Differenz überhaupt noch mit dem Phänomen an sich gemeinsam hat. Die Antwort ist für den souveränen Verstand so einfach wie vernichtend:

Nichts.



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