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Zuweilen gehe ich manchmal in die Stadt zum Einkaufen, Bummeln, Flanieren. Doch weil ich ein Geizhals bin, möchte ich für etwaige Verpflegung an einem solchen Tage nur wenig Geld ausgeben, d.h. wenn ich einen Kaffee trinken gehen möchte, muss es billig sein, verdammt billig. Und da ist es nur recht und billig, dass ich das kleine Kaffeehaus auf dem Gelände der psychiatrischen Anstalt nutze.
Ob ich Patient oder Besucher bin, wer vermag das festzustellen. Was man aber feststellen kann, das sind die extrem niedrigen Preise dort, die sich offenbar aus dem Umstand ableiten, den Patienten dort keinen hohen finanziellen Belastungen zuzumuten. Anders als bei normalen Krankenhäusern, wo man in den Kaffeehäuschen Apothekerpreise zahlen muss, ist man bei der psychiatrischen Anstalt auf den sozialen Aspekt bedacht.
Es ist ähnlich wie eine Tafel für Arme und Obdachlose, nur eben für Leute, denen im Kopf eine Sicherung durchgebrannt ist. Ein Mensch mit derartigem Handicap realisiert überhaupt nicht diesen grandiosen Akt des Sparens. Man trifft in diesem Kaffeehäuschen nur Gestalten, die dort wie eine Horde Tiere instinktgetrieben Kaffee und Kuchen konsumieren.
Ich aber - klar im Kopf und mir voll bewusst, welchen Vorteil ich dadurch habe - sitze dann genüsslich in diesem Kaffeehaus, freue mich über die Dumpingpreise und werde dazu sogar noch kostenlos durch die sonderbaren Eigenarten der Patienten unterhalten. Es gibt viel zu beobachten. Von nervösen Zuckungen über Menschen die Stimmen hören und darauf antworten, bis hin zu sabbernden An-die-Wand-Starrer ist alles dabei.
So bekommt man Kaffee und Amüsement in einem. Es ist, als würde man auf einem Jahrmarkt der Kuriositäten Rast machen und Kaffee schlürfen. Übrigens, die Schwarzwälder Kirschtorte ist auch schweinebillig.
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