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SuperUser schrieb am 21.3. 2006 um 10:18:41 Uhr über

Tochter

Leider konnte Ann-Kristin heute die Hausübung nicht ordnungsgemäß erledigen, da wir Eltern die Angaben nicht verstanden hatten. Es ist schon schwierig, einem Kind bei der Hausübung zu helfen, wenn man die Angaben selbst nicht versteht. Selbstverständlich haben wir hervorragende Wörterbücher dabei, einige Begriffe sind jedoch in keinem Wörterbuch zu finden, da sie aus der Umgangssprache stammen und jedem Mexikaner als selbstverständlich erscheinen. Wir mussten uns demnach bei der Lehrerin entschuldigen, um die Tochter keinem Tadel auszusetzen, den sie nicht verdient. Elsa, die Lehrerin, ist überaus nachsichtig und akzeptiert, dass manchmal etwas nicht ganz zur Zufriedenheit und vor allem pünktlich ausfällt. Wir geben uns ohnehin große Mühe, es ist aber schon grotesk, dass zwei Lehrer vor solchen Problemen stehen.

Nach dem Essen machen wir uns gemeinsam daran, die Arbeit zu erledigen. Zuerst muss herausgefunden werden, was die schriftlichen Notizen der Lehrerin zu bedeuten haben. Es sind aus einem Buch geometrische Figuren auszuschneiden, um damit ein „Tangram“ zusammenzustellen. Das Ausschneiden muss sehr genau erfolgen, sodass ich mich selbst hinter die Schere klemme, um diese schwierige Aufgabe zu lösen. Es gelingt mir letztlich mit einigen Mühen. Ann-Kristin muss noch Zeichnungen in diversen Heften gestalten, was große Konzentration erfordert. Sissi versucht inzwischen, den Rest der schriftlichen Anweisungen zu entziffern. So sind wir den ganzen Nachmittag beschäftigt, es kann bei uns daher gar keine Langeweile aufkommen. Ich staune über die Anforderungen, die an Schüler der ersten Klasse hier gestellt werden. Dreieck, Quadrat, Rechteck und Kreis werden als Begriffe bereits in der zweiten Woche vorgestellt. Die Lehrerin legt ein rasantes Tempo vor, dem wir Eltern kaum gewachsen sind. Ja, nicht zu vergessen, die P.T. Eltern werden höflichst gebeten, für die Einrichtung der Bibliothek eine „Donation“ zu entrichten. Haben wir noch nicht genug geblecht. Unsere Donation beschränkt sich auf die Übergabe von sechs Kinderbüchern, die wir aus Österreich mitgebracht hatten. Mit unserem Budget müssen wir sehr genau haushalten, da uns das Geld zwischen den Fingern davon rinnt.

Den obligaten Nachmittagsbummel lassen wir uns trotz großen Arbeitspensums aber nicht entgehen. Wie an den vorhergehenden Tagen beginnen ab Mittag zum Teil sehr heftige Regenschauer. Zwar dauern sie meist nur einige Minuten, können aber gewaltige Wassermassen die Straßen entlang spülen. Es gibt fast keine Kanalisation, das Wasser muss demnach oberflächlich abfließen, was es auch tut. In manchen Straßen schießen unglaubliche Wassermassen einem Flusslauf gleich, einem unbekannten Ort zu. Man muss fast Angst haben, mit dem Auto weggespült zu werden. Zwanzig bis dreißig Zentimeter hoch schätze ich die Fluttiefe. Man kann unter diesen Umständen niemandem raten, hier entlang zu spazieren. Kinder machen sich jedoch einen Spaß daraus, imFlusszu waten und nach Herzenslust zu spritzen. Am Nachmittag besorgen wir für unsere Tochter Gummistiefel, man kann ja nie wissen, was Kindern so einfällt, und welchen Wetterkapriolen wir noch ausgesetzt sein werden.


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