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hikE schrieb am 15.2. 2006 um 15:13:01 Uhr über

denglisch

Denglisch erweitert die Spielwiese des dichtenden Terrors, den man damals Poesie nannte und heute HipHop betitelt, um einen erheblichen Hektar.

»You can say you to me, Mr. President« ist wohl einer der berühmtesten Sätze in gleutsch, der jemals von einem deutschen Politiker ausgesprochen wurde.
Auch Otto Waalckes hat diese Richtung humoristisch fleissig bedient.
Ein wundervolles Beispiel stammt von Ralf König:
»I don't know what i lieber täte
And now, meine Lesers: also, i find that Speech-Chaos very prima, you can benutz immer that wort, what gerade am best of passt.

Gutes Denglisch setzt natürlich einen gleutschen Rezipienten voraus.

Von Sprachverfall, der so manchen urdeutschen Teckelsprecher auf die (nicht in Deutschland heimische) Palme bringt, kann hier eigentlich nicht die Rede sein, denn Sprache ist eine Fähigkeit, die das Recht hat, frei zu wachsen, sich zu verändern, des Sprechers Gedanken auszudrücken.

Früher haben die Adeligen Französisch gequatscht, um sich vom gemeinen Goethe-Sprech abzuheben, und die Gelahrten ebenso wie der Klerus radebrechte seinen Wortschwall auf Latein.

Die Oper tönte in italienischer Sprache, Hebräisch wurde die Bibel untersucht, griechisch die Philosophie und Naturwissenschaft.

Warum über denglisch aufregen - das ist wenigstens ein kreativer Umgang mit dem Ausdrucksmittel Sprache - und zeigt obendrein, »wie« Sprachbildung und sprechen lernen funktioniert.

Und lernen ist eine Eigenschaft, die man am besten bis zum hohen Alter beibehält :-)


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