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wuming schrieb am 29.3. 2003 um 01:05:54 Uhr über

Kommunikation

tegie Wenn die Kulturelle Grammatik als Ordnungssystem alle gesell-

ktik schaftlichen Bereiche und den gesamten Alltag durchsieht, ist zu fragen, welche Möglichkeiten des Handelns innerhalb eines solchen Systems
von Normalisierungen bestehen und wie es möglich ist, sich nicht vollständig durch die gesetzten Normen bestimmen zu lassen. Die folgenden Überlegungen gehen davon aus, daß es nicht ausreicht, die Strukturen gesellschaftlicher Machtausübung zu benennen und anzuprangern, um gesellschaftsveränderndes Handeln anzuregen. Mit der Bereitschaft zur Veränderung allein ist noch nicht viel gewonnen, Vielmehr geht es darum zu erfassen, diese in aktives Handeln umzusetzen.
Den Überlegungen zur Kommunikationsguerilla liegt ein Politikkonzept zugrunde, das nicht von einer politischen Avantgarde ausgeht, welche die Massen anleitet und führt, sondern davon, daß gesellschaftliche Veränderung aus dem Handeln aller Individuen entsteht. Ansatzpunkte für ein in diesem Sinne politisches Handeln müssen in der Alltags-
praxis der Menschen gesucht werden: "Welche populären (und auch verschwindend klei-

nen', alltäglichen) Praktiken spielen mit den Mechanismen der Disziplinierung und passen

sich ihnen nur an, um sie gegen sich selber zu wenden; und welche Handlungs- De CertEau,

weisen' bilden schließlich auf seiten der Konsumenten (oder Beherrschten'?) ein M@chei: KUR

Gegengewicht zu den stummen Prozeduren, die die Bildung der soziopolitischen Handelns 6

1988@
Ordnung organisieren?"

Es ist also notwendig, außer den gesellschaftlichen Normen und Institutionen (dabei sind unter Institutionen Parteien, Vereine, Unternehmen und staatliche Einrichtungen, aber auch Familienkonzepte usw. zu verstehen) auch die Frage zu untersuchen, wie die Subjekte mit diesen gesellschaftlichen Setzungen individuell umgehen. Dieses Verhältnis zwischen Gesellschaft und Individuum hat der französische Philosoph Michel de Certeau bei seiner Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse in die Begriffe von Strategie' und ,Taktik' gefaßt. De Certeau bedient sich einer »kriegswissenschaftlichen Analyse der Kultur«, die er als ein oft gewaltsames Spannungsfeld versteht, in welchem das Recht des Stärkeren legitimiert, verschoben oder kontrolliert wird. Neben den Strategien der Macht untersucht er vor allem die gesellschaftlichen Spielräume für jene Praktiken und Listen der Individuen, die ein »Netz einer Antidisziplin« bilden, das sich diesen Strategien entzieht.
Strategie der Macht heißt, gesellschaftliche Kräfteverhältnisse steuern und
gesellschaftliche Räume bestimmen und besetzen zu können. Sie setzt einen gesellschaftlichen Ort, eine mit Macht versehene Institution voraus. Dieser eigene' Ort bildet die Basis, von der aus strategisches Handeln seine gesellschaftlichen Beziehungen organisiert und sichert.
1.97-8.- -Yolidaritiiesgriine name den# Fiellballsiadion

im Juni 1971 fand die in der BRD -4i«ii. Mit dabei war atich die
ebilenisch«, Nationalmannschaft. 1973 halten in Chile die Mititiirn erfolgreirk gegen die demokragisch ge«,iiblio- Regiereing tenn Nafrador Iiiende geputscht. Der Militiirjient« #rar r an einem posidi4,pat Image gelegene il@'ber den Sport solltet# nornealisierie Beziehungen' zu anderen Liindern nieigd-baeig Herden. Chile-Solidurifödegruppen in der BRD wollten diesen Prentigegeuinkt der @Miligdrjundu eierhindern und bee(-klossen, den Flißbaliplatz zu poligisieren. Beim BRD.C'hile befanden si(-b .100 Lende «a«.e der Soli.
AlsTaktik läßt sich hingegen ein Kalkül bezeichnen, das von keiner festen Basis, kei eigenen Ort ausgehen kann, sondern nur das Terrain des Anderen hat, Während das Eigene', das Fundament strategischen Handelns, einen Sieg des Ortes über die Zeit markiert, hat die Taktik keinen Ort und bleibt von der Zeit abhängig. Sie muß mit de Terrain, das ihr so von einer fremden Gewalt vorgegeben wird, fertigwerden und in d vorgegebenen Strukturen »günstige Gelegenheiten« auffinden. Taktik ist darauf ang sen, mit den Kräften der Macht zu spielen; de Certeau spricht von »gelungenen Strei schönen Kunstgriffen, Jagdlisten, vielfältigen Simulationen, Funden, glücklichen Ein sowohl poetischer wie kriegerischer Natur«. Diese 0 EntwendunglUmdeutung der strategischen Vorgaben durch alltäglichen Taktiken ist ein Grundprinzip der Kommu onsguerilla.
Es läßt sich einwenden, daß gerade diese taktischen Umnutzungen, die k individuellen, temporären Aneignungen sind, die das System zwar verändern, aber g dadurch seine Stabilität reproduzieren. Zwar werden Orte kurzfristig entwendet und Strategien der Macht für einen minimalen Zeitraum außer Kraft gesetzt, doch trägt auch dazu bei, die fortbestehenden Machtverhältnisse aushaltbar und den Alltag erträglicher zu machen.
Die alltäglichen Taktiken sind also zwar subversiv, weil sie die Setzurigen der Macht verändern, umdeuten und umnutzen, sie müssen aber nicht automatisch gesellschaf derrides Handeln nach sich ziehen. in diesem Sinne wirken die Taktiken erst, wenn si nicht mehr als vereinzelte, individualisierte und weitgehend unbewußte Handlungen Netzen der Strategien einrichten, sondern sich zu einer bewußten und kollektiven Vo hensweise verbinden. Und an dieser Stelle liegt das Potential, an dem eine subversiv Strategie der Taktiken' möglicherweise ansetzen könnte: Es geht darum, in konkrete Situationen die taktische Alltagsbewältigung der Individuen aufzugreifen, sie bewuß machen politisch wirksam zu artikulieren.








WM 1971 ...
Bewegung im Berliner Olympiumgadions. Kaum wurde die «-hifenimehe Rom erhaben sie-h Sprechehöre. Si - jung« Glei«-bzeitig wurden ries entrollt. Als der Siadionsprecher auf das "unsportliehe Vi-rhatten-- dieser hinuies. uar das Ziel errei«-ki. Der unpoligise-he Fußball, hatte Anlaß für Eklag gegeben.
in einer zu,«-iden Akdion ei-endeden sich Akiii,istinnen Eit@e an die Genoxxinn @Naehdem die Li4-e-i"bertragung des @Spiels oefien Aeindratien in Chile lextst«


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