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Thilo schrieb am 11.9. 2010 um 12:41:04 Uhr über

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Die I.G. Farbenindustrie AG, kurz I.G. Farben oder IG Farben, war das seinerzeit größte Chemieunternehmen der Welt mit Sitz in Frankfurt am Main, das am 2. Dezember 1925[1] aus einer Vielzahl von Chemieunternehmen gebildet wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates die I.G. Farben aufgelöst werden. Dazu wurde die I.G. Farben wieder in eigenständige Unternehmen zerschlagen und der verbleibende Rest als Rechtsnachfolgerin in I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft i. L. (i. L. steht fürin Liquidation“, s.u.) umbenannt. Trotz einer Insolvenz Ende des Jahres 2003 sind die Aktien auch im Jahr 2010 noch börsennotiert.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Gründung
2 Erster Weltkrieg
3 Die I.G. Farbenindustrie AG
4 Die I.G. Farben und der NS-Staat
5 Die Vorkriegsepoche
6 Zweiter Weltkrieg und der Weg nach Auschwitz
7 Auflösung nach 1945
8 Nachfolgegesellschaften
9 Film
10 Literatur
11 Weblinks
12 Quellenangaben

Gründung [Bearbeiten]
Die ersteInteressen-Gemeinschaftder deutschen Teerfarbenindustrie entstand 1904. Initiator war der damalige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Friedrich Bayer et comp. (Vorgängerin der heutigen Bayer AG), Carl Duisberg. Er hatte 1903 auf einer Reise in den USA die dortigen Trusts kennengelernt, Unternehmenszusammenschlüsse nach dem Muster der Standard Oil. Nach seiner Rückkehr verfasste er eine Denkschrift zur Vereinigung der deutschen Teerfarbenfabriken. Nach seiner Auffassung wurde die Konkurrenzsituation der Industrie durch Preisdruck und unlautere Wettbewerbsmethoden, wie Korruption und Abfindungszahlungen an missliebige Wettbewerber, nachteilig beeinflusst. Umdie Schäden der Konkurrenz zu beseitigen ohne ihre Vorteile zu verlieren“, schlug er die Bildung eines deutschen Farben-Trusts vor.

Die fünf in Frage kommenden Wettbewerber, neben Bayer noch Agfa (Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation Berlin), BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen), Farbwerke Hoechst in Höchst, Cassella Farbwerke Mainkur in Fechenheim und die Chemische Fabrik Kalle in Biebrich, standen einer Bündelung ihrer Interessen durchaus aufgeschlossen gegenüber, waren aber nicht an einem Zusammenschluss nach amerikanischem Vorbild unter Aufgabe ihrer Selbständigkeit interessiert, zumal in dieser Zeit die amerikanische Gesetzgebung mit dem Sherman Antitrust Act erste Schritte zur Einschränkung der Marktmacht von Kartellen unternahm.

Als Ergebnis von Duisbergs Initiative bildeten sich 1904 zwei Unternehmensblöcke: Agfa, BASF und Bayer schlossen sich zum Dreibund zusammen, der sich zunächst auf Erfahrungsaustausch und Verzicht auf Konkurrenz durch gemeinsame Produkte beschränkte. Etwas weiter gingen kurz darauf die Farbwerke Höchst und Cassella, die einen durch wechselseitige Kapitalverflechtungen und Lieferbeziehungen geprägten Zweibund schlossen, der 1907 durch den Beitritt der Chemischen Fabrik Kalle zum Dreierverband wurde. Eine Verknüpfung zwischen beiden Unternehmensblöcken bestand in Form der Indigo-Konvention, einer im Herbst 1904 getroffenen Marktabsprache zwischen BASF und den Farbwerken Hoechst.

Erster Weltkrieg [Bearbeiten]
Durch den Ersten Weltkrieg ergab sich für die deutschen Farbenhersteller eine neue Situation. Ihre Auslandsorganisationen, Patente und Warenzeichen wurden in den Ländern der Kriegsgegner enteignet, die damit eigene Produktionskapazitäten aufbauten. Im Inland wurde die Produktion auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft umgestellt: An die Stelle von Farbstoffen und Arzneimitteln trat die Herstellung von chemischen Kampfstoffen und Sprengstoff. Grundlage dafür war die Ammoniaksynthese nach dem Haber-Bosch-Verfahren, wodurch man völlig unabhängig von Salpeter-Importen aus Chile wurde. Trotzdem litt die Rohstoffversorgung unter der britischen Seeblockade. Zudem mangelte es an Arbeitskräften, die zum Kriegsdienst eingezogen worden waren.

Im August 1916 schlossen sich deshalb der Dreibund (Agfa, BASF und Bayer) und der Dreierverband (Hoechst, Cassella, Kalle) mit der Chemischen Fabrik vorm. Weiler ter Meer in Uerdingen zu einer zunächst auf 50 Jahre angelegten Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken zusammen. 1917 trat noch die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron in Griesheim dem später als Kleine I.G. bezeichneten Unternehmensverbund bei. Die Unternehmen blieben weiterhin rechtlich selbständig.

Die I.G. Farbenindustrie AG [Bearbeiten]

Der Hauptsitz in Frankfurt am Main, heute von der Goethe-Universität genutztErst 1925/1926 wurde die I.G. Farbenindustrie AG in Frankfurt am Main gegründet, und zwar durch Namensänderung der Badischen Anilin- und Sodafabrik, die dann die anderen Unternehmen aufnahm. Carl Bosch von der BASF war erster Vorstandsvorsitzender, Carl Duisberg von der Bayer AG erster Aufsichtsratsvorsitzender, in dem unter anderem auch Fritz Haber und Richard von Schnitzler Mitglied waren. Die Einzelunternehmungen waren nun nur noch Zweigniederlassungen der I.G. Das Stammkapital betrug nach der Fusion 1926 rund 1,1 Milliarden Reichsmark, die Anzahl der Beschäftigten über 80.000. Der Konzern war führend in der Luftstickstoffindustrie sowie in der Erzeugung von Teerfarben, Sprengstoffen und Fasern. Der Hauptsitz der I.G. Farben in Frankfurt war zur damaligen Zeit eines der größten Bürogebäude Europas.

Bereits seit den dreißiger Jahren bestand ein System wechselseitiger Beteiligungen von I.G. Farben und DuPont.

Die I.G. Farben und der NS-Staat [Bearbeiten]

Der Verwaltungsrat der IG Farben AG (vor 1935)1926 begann in Leuna die Herstellung von synthetischem Benzin, nach dem Bergius-Verfahren aus Kohle hydriert. Es bestand die Gefahr, dass dies eine der größten Fehlinvestitionen werden würde, weil die Gestehungskosten immer höher waren als beim durch Erdöldestillation gewonnenen Benzin. Mittelfristig war ohne Hilfe des Staates die Benzinsynthese nicht überlebensfähig.

Deshalb suchte im Sommer 1932 der Direktor der Leunawerke Heinrich Bütefisch den Kontakt zu Adolf Hitler in München, um herauszufinden, ob das für den Weltmarkt zu teure synthetische Benzin der I.G. auch weiterhin durch Schutzzölle konkurrenzfähig gemacht würde. Hitler versicherte ihm, dass er deutschen Treibstoff für ein politisch unabhängiges Deutschland für zwingend notwendig erachte. Dies waren nach Carl Boschvernünftige Ansichten“, die 1932 mit der höchsten Einzelspende der deutschen Industrie in Höhe von 400.000 Reichsmark im Rahmen von Hitlers Wahlkampf unterstützt wurden. Unter dem Vorsitz von Carl Bosch stimmte die I.G.-Farben-Generalversammlung Anfang Dezember 1932 dem Programm der „Agrarkartellierung“ zu, einem Interessenkompromiss von Industrie und Großagrariern. Dieser Entschluss des damals größten Konzerns Europas bereitete auch den Weg zur NS-Diktatur.[2][3]

Beim Geheimtreffen vom 20. Februar 1933, auf dem eine Gruppe von Industriellen einen Wahlfonds von 3 Millionen Reichsmark für die NSDAP beschloss, nahm als Vertreter der I.G. das Vorstandsmitglied Georg von Schnitzler teil. Die I.G. beteiligte sich an diesem Wahlfonds mit 400.000 Reichsmark.

Die neue Regierung schloss dafür noch 1933 mit der I.G.-Farben einen Vertrag über Absatz- und Mindestpreisgarantie für 350.000 Tonnen synthetisches Benzin und bewahrte so das Unternehmen vor insgesamt 300 Millionen Reichsmark Verlust. 1935 wurde Hermann Schmitz Nachfolger von Carl Bosch als Vorstandsvorsitzender und 1940 Carl Krauch Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender. Krauch hatte eine Doppelfunktion. Er machte auch in der Regierung Karriere und brachte es bis zum Direktor der rüstungswirtschaftlichen Kommandozentrale und Bevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Produktion. Bis 1937 waren nahezu alle Direktoren der I.G. Mitglied der NSDAP. Die Aufsichtsratsmitglieder der I.G. nannten sich im internen KreisDer Rat der Götter“.

Die I.G. Farben expandierte stark, auch durch „Arisierungen“, zum Beispiel des vormaligen Konkurrenten Aussiger Verein. Ihr gehörten zu Spitzenzeiten in Deutschland 200 Werke, sowie etwa 400 deutsche und 500 ausländische Unternehmensbeteiligungen. Aufgrund dieser Expansion wurde die I.G. Farben seinerzeit das größte Unternehmen Europas und das viertgrößte der Welt (nach General Motors, US Steel und Standard Oil).

Die Vorkriegsepoche [Bearbeiten]

Die Ruine der Hydrierwerke Pölitz AG in Pölitz, ehemals Hinterpommern, heute Woiwodschaft Westpommern in PolenMit der Stickstoffproduktion zur Herstellung von Munition, Buna (einem synthetischen Kautschukersatz), sowie synthetischem Benzin aus Kohle und Magnesium unter der Bezeichnung Elektron waren so vor dem und im Zweiten Weltkrieg bei entsprechenden Mengen- und Preisgarantien durch die Machthaber höchst profitable Geschäfte zu machen. Weitere bekannte Produkte von I.G. Farben waren u.a. der Kunststoff Perlon und der Nervenkampfstoff Tabun.

Die seit 1929 mit der Standard Oil of New Jersey bestehenden Geschäftsbeziehungen (und Kartellabsprachen) wurden auch während des Zweiten Weltkriegs aufrechterhalten. Die I.G. spielte eine wichtige Rolle im Vierjahresplan. So basierte Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan auf Unterlagen der I.G., und in der Folge wurden viele Posten der Vierjahresplanbehörde mit deren Mitarbeitern besetzt, denen die I.G. außerordentlich hohe Gehälter zahlte, um sie mit dem Konzern verbunden zu halten.

Der Vorstandsvorsitzende der I.G. Farben und Generalbevollmächtigte für Sonderfragen der chemischen Erzeugung Carl Krauch forderte am 28. April 1939, vor dem Generalrat des Vierjahresplans:

Heute wie 1914 erscheint die deutsche politische und wirtschaftliche Lageeine von der Welt belagerte Festungeine rasche Kriegsentscheidung durch Vernichtungsschläge gleich zu Beginn der Feindseligkeiten zu verlangen. […] Deutschland muß das eigene Kriegspotential und das seiner Verbündeten so stärken, daß die Koalition den Anstrengungen fast der ganzen übrigen Welt gewachsen ist.“[4]
Zweiter Weltkrieg und der Weg nach Auschwitz [Bearbeiten]
Von den 43 Hauptprodukten der I.G. während des Krieges waren 28 Produkte von rüstungswirtschaftlicher Bedeutung. Die I.G. Farben übernahm eine Reihe von Chemiewerken in den besetzten Gebieten, wie die Apollo-Raffinerie in Bratislava oder die in jüdischem Besitz befindlichen Skoda-Werke Wetzler.

Eine Tochtergesellschaft der Degussa AG und der I.G. Farben, die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch), vertrieb das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B, das in den Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum Massenmord eingesetzt wurde.

Der starke Bedarf an Rohstoffen zur Kriegsführung, wie Synthetikkautschuk und -benzin, führte 1941 zur Errichtung einer großen Bunafabrik in Auschwitz. Die Finanzierungskosten in Höhe von ca. 1 Mrd. Reichsmark trug die I.G. Farben allein, um so Herr im eigenen Haus bleiben zu können. Für die Häftlinge, welche die Fabrik bauen mussten, wurde extra das Konzentrationslager Monowitz, Auschwitz III errichtet.

Die Wahl von Auschwitz für den Betrieb der Fabrik war eher zufällig. Während Himmler über die Eignung von Auschwitz als Ort für eine östliche Modellsiedlung nachsann, fiel die Wahl von Otto Ambros, einem Direktionsmitglied des Unternehmens, völlig unabhängig von diesen Plänen auf dieselbe Region. Dabei dachte er an die für den Betrieb der Fabrik benötigten 525.000 Kubikmeter Wasser/Stunde, an eine gute Eisenbahnanbindung und den geforderten luftgesicherten Raum. Bei einer Sichtung der verfügbaren Flächen hatte er sich Ende 1940 auf den Zusammenfluss dreier Flüsse festgelegt: der Sola, der unteren Weichsel und der Przemsza. Die nächstgelegene Kleinstadt war Auschwitz. Aufgrund einer Anfrage von Ambros lieferten ihm die dortigen deutschen Bürgermeister daraufhin eine Fülle von Informationen. Durch puren Zufall entwickelte sich nun zweierlei gleichzeitig: Himmler wollte beim Aufbau seiner Kolonien im Osten große Mengen von Zwangsarbeitern einsetzen und die I.G. Farben konnte nun auf diese im großen Umfang zurückgreifen, da man große Bedenken hatte, ob die Region den nötigen Komfort für die anfangs gedachten deutschen Arbeiter bieten könne. Man ging eine unheilvolle Symbiose ein: Die SS war für die Verfügbarkeit und Bewachung der Gefangenen zuständig und die I.G. würde die Investitionen tätigen und das Baumaterial heranschaffen. Beim Bau und Betrieb dieser riesigen Fabrik, die eine Fläche von ungefähr 30 km² einnahm, ließen nach Schätzungen 20.000 bis 25.000 Menschen ihr Leben.[5] Die Anlage sollte aufgrund des Kriegsverlaufs nie Kunstkautschuk oder andere synthetische Stoffe (außer Methanol) produzieren. Dies resultierte unter anderem daraus, dass die immensen Anstrengungen zur Herstellung von synthetischen Produkten zu einem Verbund voneinander abhängiger Fertigungsanlagen geführt hatte, welche äußerst anfällig für Bombenangriffe waren. Das Buna-Werk von Auschwitz wird auch heute betrieben und ist die mit Abstand größte Kunstkautschuk-Fabrik Polens. [6]

Auflösung nach 1945 [Bearbeiten]
Nach der vollständigen Besetzung Deutschlands begannen die Alliierten mit der Umsetzung der zuvor auf der Konferenz von Jalta vereinbarten Dekartellisierungsbeschlüsse. Die Dekartellisierung der deutschen Wirtschaft entsprang den Überlegungen aus dem Morgenthauplan. Ziel war es insbesondere, rüstungswirtschaftlich bedeutsame Unternehmen aufzuspalten oder durch Demontagen zu zerstören. Hintergrund dieser Maßnahme war, Deutschland hierdurch dauerhaft das rüstungswirtschaftliche Potenzial zu entziehen, das die Feldzüge des Zweiten Weltkriegs erst ermöglicht hatte. Die Alliierten gründeten für das größte und rüstungswirtschaftlich bedeutsamste Chemieunternehmen ein eigenes Kontrollorgan, die Alliierte I.G.-Farbenkontrolle. Mit dem Befehl 124 der SMAD vom 30. Oktober 1945 hatte die UdSSR die Werke der I.G. Farben in ihrer Besatzungszone unter ihre Kontrolle gestellt. Aufgrund der Verflechtung des Konzerns vor allem mit den Nachfolgeunternehmen der mächtigen amerikanischen Standard Oil wurde die Zerschlagung des Konzerns in den westlichen Besatzungszonen jedoch nicht konsequent verfolgt. 1951 wurde in der Bundesrepublik beschlossen, den Betrieb weiterzuführen und aus der I.G. Farben deren ursprüngliche Bestandteile wieder auszugliedern. Als offizielle Nachfolgeunternehmen wurden im Juni 1952 benannt: Agfa, BASF, Cassella Farbwerke, Huels (Chemische Werke Hüls AG, Marl), Bayer AG, Hoechst AG, Duisburger Kupferhütte AG, Kalle, Wacker-Chemie München[7], Dynamit AG Troisdorf, Wasag Chemie AG. Diese Unternehmen werden im Börsenjargon „Farbennachfolger“ genannt.

Neben der Spaltung wurde die Benutzung der mit „Ig-“ beginnenden Markennamen untersagt, und so wurde zum Beispiel Igepon in Hostapon umbenannt. Ansonsten konnten die Betriebe ihre Arbeit fast wie zuvor weiterführen und eroberten in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich die Weltmärkte, ohne sich dabei ernsthaft gegenseitig Konkurrenz zu machen.

In den Nürnberger Prozessen wurden 23 leitende Angestellte vor Gericht gestellt, zwölf von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, u. a. Hermann Schmitz wegen „Plünderung“ zu vier Jahren, Carl Krauch und Heinrich Bütefisch, Direktor der I.G. Auschwitz, jeweils wegenVersklavungzu sechs Jahren Haft.

Siehe auch: IG-Farben-Prozess

Nachfolgegesellschaften [Bearbeiten]
Nach Aufkäufen der kleineren Gesellschaften in den Folgejahren bestehen heute als eigenständige Unternehmen noch Wacker, Bayer und BASF. Die Hoechst AG bestand seit dem Zusammenschluss mit Rhône Poulenc zu Aventis 1999 nur noch als deutsche Zwischenholding und wurde 2004 von Sanofi-Synthélabo (heute Sanofi-Aventis) übernommen.

Am 1. Januar 1952 trat die I.G. in Liquidation und nannte sich I.G. Farbenindustrie AG i.L. Durch das Liquidationsschlussgesetz vom 21. Januar 1955 wurde die I.G. Farben aus der Kontrolle der Alliierten genommen. Nach der folgenden Hauptversammlung am 27. Mai 1955 befand sich die I.G. Farben jahrzehntelang in Abwicklung (I.G. Farbenindustrie AG i. A.). Ihre einzige Aufgabe war es, alte Ansprüche zu verwalten und die rechtliche Verantwortung zu übernehmen. Das Weiterbestehen der I.G. Farben erlaubte auch den daraus hervorgegangenen Chemieunternehmen, die Verantwortung für die während der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen weitgehend auszuklammern und dazu auf die I.G. Farbenindustrie AG i. A. zu verweisen. Ehemalige Zwangsarbeiter sowie einige Aktionäre forderten immer wieder, dass das Unternehmen endgültig aufgelöst und sein Kapital für Entschädigungen verwendet würde.

Am 10. November 2003 meldeten die Liquidatoren der I.G. Farben Insolvenz an. Grund sind finanzielle Schwierigkeiten der Beteiligungsgesellschaft WCM, womit auch die Liquidität der I.G. Farben nicht mehr hinreichend gesichert sei. Trotzdem sind die Aktien der „IG Farben iL“ auch im Jahr 2010 noch börsennotiert (Stammdaten: NAME I.G.Farbenindustrie AG i.A. Liquidationsanteilscheine, ISIN DE0005759070, WKN 575907, Symbol IGL).

Film [Bearbeiten]
Kurt Maetzig (Regie): Der Rat der Götter, DDR 1950
Luke Holland (Regie): I was a Slave Labourer, GB 1998 (DF) 75 Minuten.
Bernhard Sinkel (Regie): Väter und Söhne (1986). Mit Burt Lancaster, Bruno Ganz, Julie Christie, Hannes Jaenicke, Martin Benrath. Dramatisierung des Themas als Fernsehserie in vier Teilen á ca. 130 Minuten.
Literatur [Bearbeiten]
Bundesfachtagung der Chemiefachschaften/Arbeitskreis I.G. Farben (Hrsg.): …von Anilin bis Zwangsarbeit. Der Weg eines Monopols durch die Geschichte. Zur Entstehung und Entwicklung der deutschen Chemischen Industrie. 2. Auflage, online-Ausgabe; BuFaTa Chemie (2007)
Josiah E. DuBois: The Devil’s Chemists. 24 conspirators of the International Farben Cartel who manufacture wars. Beacon Press, Boston 1952
Dirk Hackenholz: Die elektrochemischen Werke in Bitterfeld 19141945. Ein Standort der IG-Farbenindustrie AG. LIT, Münster 2004, ISBN 3-8258-7656-x
Peter Hayes: Industry and Ideology. I.G. Farben in the Nazi Era. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-78638-X
Charles Higham: Trading with the Enemy. An exposé of the Nazi-American money plot 19331949. Delacorte, New York 1983, ISBN 0-440-09064-4
Vorwort von Trading with the Enemy (online)
Auszüge von Trading with the Enemy (online)
Otto Köhler: … und heute die ganze Welt. Die Geschichte der IG Farben und ihrer Väter. Rasch und Röhrig, Hamburg, Zürich 1986, Papyrossa, Köln 1989, ISBN 3-89136-081-9
Stephan H. Lindner: Hoechst. Ein I.G. Farben Werk im Dritten Reich. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52959-3
James Stewart Martin: All honorable Men. Little, Brown & Company, Boston 1950
Jan Große Nobis: www.ig-farben.org Die I.G. FARBEN und das Ende der Weimarer Republik. Münster 1994 (online)
Gottfried Plumpe: Die I.G. Farbenindustrie AGWirtschaft, Technik und Politik 1904–1945. Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-06892-0
Richard Sasuly: IG Farben. Boni & Gaer, New York, 1947 (deutsch: IG Farben. Berlin 1952: Volk und Welt.)
Bernd C. Wagner: IG Auschwitz. Zwangsarbeit und Vernichtung von Häftlingen des Lagers Monowitz 1941–1945. Diss. phil, Frankfurt 2005. K. G. Saur Verlag, München 2000. ISBN 3598240325 (Bd. 3 der Darstellungen und Quellen zur Geschichte von Auschwitz vom Institut für Zeitgeschichte)
Weblinks [Bearbeiten]
Commons: IG FarbenAlbum mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Nürnberger Prozesse und I.G.Farben
von Anilin bis Zwangsarbeit Bundesfachtagung der Chemiefachschaften/Arbeitskreis I.G. Farben
Aktienkurs der I.G.Farbenindustrie AG I.A.
Emanuel Heisenberg: Tödliche Synthese. in: Die Zeit. 3. Juni 2004, Nr.24.
Die BASF und die Gründung der IG-Farben. Landeshauptarchiv Koblenz
Das Labor der Nazis“. in: Tagesspiegel. 9. Dezember 2005.
80 Jahre IG Farben“, Hessischer Rundfunk, 9. Dezember 2005 (Dossier mit Video- und Audiobeiträgen)
Wie der Chemie-Konzern mit der IG FARBEN-Geschichte umgeht
Die IG FARBEN und das Ende der Weimarer Republik
Online-Archiv des Nürnberger Kriegsverbrecher Tribunals gegen den Chemie- und Pharmakonzern IG Farben.
Quellenangaben [Bearbeiten]
1.↑ Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz:Vor 75 JahrenDer 2. Dezember 1925. Die BASF und die Gründung der IG-Farben. Erstellt von bitart®, zuletzt bearbeitet am 28. Dezember 2006
2.↑ Joseph Borkin: Die unheilige Allianz der I.G.-Farben. Eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich. Campus, Frankfurt am Main 1990, S. 57f, ISBN 3-593-34251-0
3.↑ Alfred Sohn-Rethel: Industrie und Nationalsozialismus. Aufzeichnungen aus dem „Mitteleuropäischen Wirtschaftstag“. Wagenbach, Berlin 1992; ISBN 3-8031-2204-X; S. 87.
4.↑ Wolfgang Michalka: Deutsche Geschichte 19391945. Frankfurt am Main 1999, S. 123.
5.↑ Bernd C. Wagner: IG Auschwitz. Zwangsarbeit und Vernichtung von Häftlingen des Lagers Monowitz 1941–1945. München 2000, ISBN 3-598-24032-5, S. 187
6.↑ John Cornwell: Forschen für den Führer. Deutsche Naturwissenschaftler und der zweite Weltkrieg. Lübbe-Verlag, 2004, S. 417ff, ISBN 3-7857-2165-X
7.↑ Kabinettsprotokoll der Bundesregierung vom 19. Juni 1952
Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/I.G._Farben“
Kategorien: Wirtschaft im Deutschen Reich (19331945) | Holocaust | Chemieunternehmen (Deutschland) | Ehemaliges Unternehmen (Frankfurt am Main) | Frankfurt am Main im 20. Jahrhundert | I.G. Farben | NS-Zwangsarbeit | Farbmittelhersteller


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