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Bilmek Straponi schrieb am 14.8. 2006 um 16:14:57 Uhr über

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Prä-Astronautik

Waren die Götter Astronauten? Die Vorstellung, in den Tiefen des Alls existierten weitere bewohnte Welten, ist schon faszinierend genug. Der Gedanke, dass von dort intelligente Wesen in grauer Vorzeit die Erde besuchten und die kulturelle oder gar die biologische Entwicklung der Menschheit beeinflussten, ist noch weit faszinierender. Sprechen nicht Mythen von Göttern, die in goldenen Barken oder Eiern vom Himmel herab auf die Erde kamen? Wirken manche Darstellungen auf Steinfriesen wie Abbilder von heutigen Astronauten? Konnten unsere Vorfahren ohne fremde Hilfe so gewaltige Steinbauten, wie etwa die Pyramide von Gizeh, überhaupt errichten? Könnten nicht nahezu alle Menschheitsrätsel durch die Hilfe außerirdischer Besucher bequem erklärt werden? Die prä-astronautische Hypothese ist nicht neu. Viele Thesen, die Erich von Däniken seit 1968 anführte, finden sich bereits in dem 1953 erschienenen Buch »Fliegende Untertassen sind gelandet« von Desmond Leslie. Leslie wiederum bezieht sich auf Literatur der Theosophen, die bis ins Jahr 1877 zurückreicht. Neu bei von Däniken ist, dass er die ursprünglichen Vorstellungen mit Erkenntnissen der Weltraumfahrt und Astronomie, Science-fiction-Fantasien aus der Serie Perry Rhodan sowie Elementen des Reiseromans vermischte. Als Dänikens erstes BuchErinnerungen an die Zukunft1968 erschien, hielten viele seiner Leser es für denkbar, dass hier Argumente vorgetragen wurden, die zumindest diskutable Alternativen zu wissenschaftlichen Erklärungen scheinbar unverstandener Phänomene aus der Menschheitsgeschichte boten. Doch nicht alles, was denkbar ist, muss auch real sein. Es gilt, unvoreingenommen die vorgelegten Argumente und Fakten zu prüfen und die Forschungsergebnisse von erfahrenen Wissenschaftlern mit den Behauptungen Dänikens zu vergleichen. Dies ist bisher allerdings immer zu Ungunsten Dänikens ausgegangen. Wissenschaftler haben bereits zwei Jahre nach Erscheinen des ersten Däniken-Buches dem Autor zahlreiche Fehler und eine ganze Reihe seiner Behauptungen sachlich widerlegt. Weitere Autoren folgten im Fahrwasser von Dänikens Erfolg, beispielsweise der amerikanische Journalist Zecharia Sitchin oder in Deutschland Walter-Jörg Langbein und Peter Fiebag. Prä-Astronautiker lösen archäologische Befunde aus ihrem geschichtlichen Zusammenhang und betrachten sie isoliert. Archäologen wissen, dass man die Gesamtheit der Funde im Auge behalten muss, will man ein möglichst zuverlässiges Bild vergangener Zeiten erhalten. Beispielsweise wird die angebliche Darstellung eines »Raumschiffpiloten« auf der Grabplatte des Maya-Herrschers Pacal des Großen unglaubwürdig, wenn man wieß, dass die unzähligen Bildelemente dieser Darstellung auch - in anderer Zusammenstellung - auf Dutzenden anderer Grabplatten und Stellen vorkommen und dort eindeutig als Elemente der Maya-Mystik zu erkennen sind. Auffallend ist, dass einige Prä-Astronautiker dennoch die Faktenlage so manipulieren, dass auch nach gründlicher wissenschaftlicher Forschung durch die Archäologie immer noch ein Raum für ein Rätsel bleibt, dessen Lösung der Besuch Außerirdischer in der Vergangenheit ist. Somit zeigt sich, dass die isolierte Betrachtung archäologischer Befunde durch die Prä-Astronautik ein System mit Methode ist, nämlich die Vermittlung von unvollständigen Fakten im Interesse des Zieles: Dem Nachweis eines Besuches Außerirdischer. Es stellte sich auch heraus, das viele der von den Vertretern der Prä-Astronautik vorgebrachten Belege schlichtweg nicht existieren: Eine antike Raumschiffskulptur erwies sich als plumper Gipsabdruck eines modernen Kinderspielzeuges, Unterwasser-»Straßenzüge« vor der Bahama-Insel Bimini als wohlbekannte Verwitterungsstrukturen, Legenden über rätselhafte Steinteller, planetare Katastrophen im Sonnensystem und damit verbundene außerirdische Eingriffe in Mesopotamien oder gefälschte Hieroglyphen in der Cheops Pyramide sind sogar frei erfunden. Trotz der Widerlegung zahlreicher Behauptungen der Prä-Astronautik haben diese ein regelrechtes Eigenleben in derSzeneentwickelt, werden von einer Bucherscheinung zur nächsten weitergetragen und etablieren sich so nicht nur als Glaubensgrundsätze überzeugter Prä-Astronautiker, sondern bilden auch ein nicht ungefährliches Halbwissen für die Leser, die auf der Suche nach Informationen zu diesen Büchern greifen. Die bisherige Überprüfung prä-astronautischer Behauptungen hat eindeutig ergeben, dass die Menschheit nicht durch außerirdische Einflüsse zu ihrem heutigen biologischen und kulturellen Stand gelangt ist, sondern dies aus eigener Kraft geschafft hat, und dass die mythologischen Überlieferungen gerade nicht aus Sicht der heutigen Technik verstanden werden müssen, sondern aus dem Blickwinkel der Kultur, der sie entstammen. Archäologische Forschungen haben bislang keine Hinweise auf außerirdische Besucher oder irgendwelche nichtirdischen Artefakte gefunden.

Literatur:
Schmitz, E. H.(1978) Beweisnot. Glanz und Elend der Astronautengötter. Ariston, Genf.
Kaufhold, Peter (1984) Auf den Spuren des Erich von Däniken. Meyster, München.
Skeptiker 1/96, Schwerpunktheft
Sagan, Carl (2000) Der Drache in meiner Garage. Oder die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven, München.
Pössel, Markus (2000) Phantastische Wissenschaft. Rowohlt, Reinbek.

Linktipps:

The return of Ancient Astronauts - Zecharia Sitchin Rekindles an Old Pseudoscience by Eric Wojciehowski. In: Skeptic, Vol. 5, No. 1, 1997, pp 30-33
Im Verlag Michael Haase erschienen von 1991 bis 1997 die populärwissenschaftliche Archäologiezeitschrift G.R.A.L. In einigen Heften wurden prä-astronautische Themen kritisch behandelt. Zu empfehlen ist auch die neue Fachzeitschrift von Michael Haase: SOKAR
Verschiedene kritische Artikel von Klaus Richter zum Thema: Prä-Astronautik
Dr. Klaus Richter: Erich von Däniken und die Cheops-Pyramide; Bautechnik und Pseudoarchäologie, Sitchins Theorien, Kritik an der Paläo-Seti, das Sirus-Rätsel, Spuren im Sand, Mimikry Hypothese
Markus Poessels:Unorthodoxe Archäologie-Seite
Ridpath, Ian (1978) Investigating the sirius 'mystery', in: Skeptical Inquirer.
Die Ausgabe der US-Zeitschrift Skeptic behandelt das Thema »Pyramid power«.

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