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normalität ist eben nix anderes als eine statistische feststellung und ich halte es für gemeingefährlich, daß sie meist automatisch zu einer sozialen gemacht wird.
-gestern abend war ich so ca. ´ne stunde im bermudadreieck. eigentlich geh da ich da abends nie hin, ist mir zu voll und ich durchschaue auch die rituale nicht, die da so abgehen. (wenn, dann geh ich morgens zum frühstücken und da kann ich dann eine stunde alleine am tisch sitzen lesen, schreiben, essen und beobachten oder mich (wenn ich nicht alleine bin) unterhalten.)
abends ist es eng und laut und obwohl es so voll ist, sind fast alle nur mit den leuten beschäftigt, mit denen sie ohnehin hierhin gekommen sind und manche betrinken sich und auch dafür ist es kein guter ort, denke ich, denn es ist kein guter ort um gedanken zu haben und zu laut um etwas zu erzählen, bei dem irgendeine person noch ausreichend zuhören könnte. natürlich kann ich mir vorstellen, das menschen hierhin gehen, weil sie hoffen, daß leute, die sie kennen und dort treffen, andere leute mitbringen, die sie noch nicht so gut kennen, daß sie sich selbst mit ihnen verabreden könnten. aber daß so viele aus diesem grund hiersein sollten, ich weiß nicht.
nun, für mich ist es schön, festzustellen, daß dort etwas abgeht, was ich nicht brauche und außerdem ist das beobachten exotischer gebräuche ja auch mitunter ganz interessant. ansonsten könnte ich aber wohl genausogut einem stamm neuguineanischer kopfjäger zugucken. wir alle sehen meist sowieso nur das, was wir sehen wollen, denn das bild entsteht doch erst im kopf und es wäre viel gewonnen, wenn diese an sich banale erkenntnis zur allgemeinbildung gehörte.
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