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elfboi schrieb am 17.12. 2002 um 21:11:49 Uhr über

gats

Wasserversorgung in Cochabamba (Bolivien)
Konkrete Auswirkungen bisher

»Gehen Sie zurück in der Zeit ins Frühjahr 2000, in die Stadt Cochabamba. Unter dem Druck der Weltbank hat die bolivianische Regierung ihr öffentliches Stadtwassersystem an ein US- Wasserunternehmen verkauft. Dies war Teil des Weltbankprogramms, die bolivianische Wirtschaft zu «modernisieren" - in anderen Worten, sie den westlich gegründeten Unternehmen gegenüber zu öffnen. Es war alles, so wurde den Bolivianern versichert, im Namen der ökonomischen Effizienz.

Die Menschen von Cochabamba fanden schnell heraus, worauf diese Effizienz hinauslief. Schon Wochen nachdem die Unternehmensflagge gehisst wurde auf dem, was bislang ein öffentlicher Versorgungsbetrieb war, stiegen die Wasserpreise massiv an. Viele der ländlichen Familien von Cochabamba mußten bis zu einem Drittel ihres Einkommens für ihr Wasser bezahlen - mehr als sie für Nahrungsmittel ausgeben. Die Belastungen waren lähmend und es gab keine Alternative - sogar Regenwasser als Trinkwasser zu sammeln war für illegal erklärt worden. Beschwerden hatten keine Wirkung bei dem Wasserunternehmen, dessen Ziel es nun war, eher Profit zu machen, als eine öffentliche Versorgung für elementare Bedürfnisse bereitzustellen.

So gingen die Cochabambaner auf die Straße. Im April nahmen zuerst Hunderte, dann Tausende an den Demonstrationen gegen die Privatisierung dieser elementarsten Güter teil. Vier Tage Streik brachten die Stadt zum Stillstand. Die Regierung gab nach und versprach, den Wasserpreis zu senken. Dann änderte sie ihre Meinung. Der Protest begann wieder und wurde diesmal größer. Tränengas wurde eingesetzt und der Kriegszustand wurde erklärt. Cochabamba landete im Chaos.

Noch immer weigerten sich die Regierung und das Unternehmen, nachzugeben. Protestführer wurden in der Nacht zusammengetrieben. Anders denkende Medien wurden geschlossen. Der Profit eines fremden Unternehmens hatte Vorrang vor den täglichen Bedürfnissen der bolivianischen Bevölkerung. Aber diese Menschen gaben nicht auf. Der Protest wuchs sogar noch an. Schließlich, nachdem das Militär einem 17jährigen protestirendem Jungen ins Gesicht geschossen hatte, realisierte sogar die Regierung, dass das Spiel vorüber war. Zwei Tage später unterzeichneten sie ein Übereinkommen, das die Stadtwasserversorgung wieder der öffentlichen Kontrolle übergab."

The Ecologist, 19. 04. 2001


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