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mcnep schrieb am 9.1. 2005 um 12:52:55 Uhr über

Hausarrest

Wenn ich etwas richtig schlimmes ausgefressen hatte, verhängten meine Eltern ein Hausverbot. Aus dem Schachcomputer wurden die Batterien entfernt, ich bekam meine Lesebrille abgenommen und - was ich als besonders grausam empfand - eine Spielhose angezogen und mußte oft mehrere Stunden, selbst bei Sonnenschein und 28 Grad im Schatten, 'draußen' mit den sogenannten anderen Kindern spielen. Einmal, als mein Vater besonders zornig war, weil ich sein Kofferradio zu einem Fusionsreaktor umbauen wollte, setzte er der Schande noch einen drauf und drückte mir, als ich mit hängendem Kopf zur Haustür schlurfte, ein unhandliches, kuhfarben geflecktes Etwas in die Hand, mit den Worten, daran könne ich mein Mütchen kühlen. Eines dieser Kinder draußen, der dickliche Björn, aufgrund seiner Schwerhörigkeit umgänglicher als die meisten seiner Altersgenossen, erklärte mir, daß es sich dabei um einen Fußball handelte. Zum Glück gelang es mir, ihn gegen ein paar alte GEO–Hefte einzutauschen und aus dem Böden zweier Colaflaschen hatte ich mir recht schnell eine halbwegs brauchbare Bifokalbrille gebastelt, so daß der Nachmittag wenigstens einigermaßen erträglich verlief. Als Vater dahinter kam, wurde er noch zorniger und drohte mir an, mich zur Stadtranderholung zu schicken. Das war der Augenblick, als ich auf die Idee des gleichstrombasierten Dekapitierers verfiel...


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