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Ich weiß, der Börsenverein des Buchhandels und überhaupt die ganze Leselobby von Elke bis Heidenreich propagiert das mündige Lesekind, zuvörderst mit der dummdreisten Behauptung, Kinder könne man nicht hinters Licht führen, die würden qua eingebautem Qualitätsfilter gute von schlechten Büchern unterscheiden können. Abgesehen davon, dass ich nicht das Gefühl habe, TKKG oder die Ferien auf dem Ponyhof würden die Speerspitze ambitionierter Kinderliteratur darstellen, bin ich sicher, Kinder und vor allem Jugendliche würden noch ganz andere Sachen lesen, man schriebe sie ihnen denn. Und bevor sie sich die zarten Seelchen beim Stöbern in Vatis Giftschrank zerschürfen, wäre es doch am besten, man würde vorbeugend tätig werden und diese Lücke schreibend füllen. Pornographie-für-Kinder, nicht Kinderpornographie sei künftig die Devise! Statt siebengescheiten kindlich-dicklichen Privatdetektiven und magischen Mädchen werden die neuen Kinderbücher von dem handeln, was alle jungen Menschen interessiert: Der Sexualität der eigenen Eltern. Niemals belehrend, nicht beschönigend, doch in fasslicher Weise anschaulich besticht die neue Reihe 'Das rote Zimmer' durch eine zeitgemäße Sprache und eine lebendige Ausmalung der Charaktere. Man darf gespannt sein, welche Facetten der renommierte Delphos-Verlag in den nächsten Bänden aufschlagen wird, nachdem bereits die ersten Bände 'Papa, Mama und das lange Wochenende' und 'Papa, Mama und die Zauberkugeln' auf überwältigende Resonanz der jungen Leser getroffen sind.
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