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ich erinnere an Bauarbeiten unterhalb meiner Wohnung mit dem Abrißhammer im Jahr 2009 die über ein halbes Jahr dauerten, morgens um sieben begannen und nicht selten bis am Abend dauerten, wo dann noch bis zehn gehämmert wurde. Loses Mauerwerk herunterklopfen. Ich saß mit Modafinil zitternd auf dem Stuhl obendrüber und schwieg zum regelmäßig sich wiederholenden Zittern der teller und Gläser im Schrank. Unvergessen auch die bis exakt zum Coronabeginn regelmäßigen Musikveranstaltungen in der Halle gegenüber deren Doppelwumms fett durch die Mauern des hauses an Körper und Ohren des Schlaflosen drangen der sich mit Drogen die Sache schönzureden versuchte, ich wohne ja, das ist ein privileg, da muß man auch mal sowas aushalten, ist ja klar daß man einem Obdachlosen jetzt nicht gleich die allerbesten Wohnlagen anbietet, nicht wahr, Lärm ist Macht, Lärm kann zu Tode erschrecken. Regelmäßiger Lärm ist schädlich für den gesamten Organismus. Ich war heilfroh daß wenigstens der hallenlärm seit Corona wegfiel. Die haben die Halle dann von den vielen Flüchtlinkshilfsgeldern fett renoviert und vor allem sicherere neue Türen eingebaut obwohl die alten Türen so schön antik waren und aufpoliert ein viel schöneres Schmuckstück gewesen wären als diese neuen Metall-Glas-Türen. Ekelhaft so mit schönen alten Dingen umzugehen. Außerdem hingen im Schaukasten der gemeinde drei lange Seiten mit Sicherheitsvorschriften für menschen die in zukunft die Halle betreten würden, aufgefallen ist mir, daß jeder seine telefonnummer und Adresse hinterlassen mußte wenn er an einer Veranstaltung teilnehmen wollte. Jetzt wagen sie wieder ein wenig mehr Bumbum wie vor dieser angezettelten Seuche. Und dann sagt das Arschloch heute früh im Radio auch noch, die ruhigen zeiten sind vorbei.
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