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Goodluck schrieb am 25.9. 2014 um 16:39:37 Uhr über

Schwule

Im von Kelli HERD regierten Film »ITS IN THE WATER« von 1997 entsteht durch einen missverstandenen Scherz die Vorstellung in einer Kleinstadt, dass der Genuss von Leitungswasser homosexuell mache. Die zwei interessanten gegensätzlichen Reaktionen sind einerseits panikartige Vermeidung jeglichen Kontakts mit dem angeblich kontaminierten Wasser und andererseits sehr entlastete homo- oder bisexuelle Menschen, die ihre Neigungen jetzt offen aussprechen, weil sie es auf die Wirkung des Wassers zurückführen können und deshalb keine Eigenverantwortung für ihr Verhalten übernehmen müssen. Der als tiefsinnige Komödie angelegte Film arbeitet mit gesellschaftlich verbreiteten Stereotypen und Vorurteilen über Homosexuelle, die allerdings erst ein Produkt aufgeklärt-wissenschaftlicher Vorstellungen über Normalität sind. In der europäischen Geschichte wurden gleichgeschlechtliche Beziehungen und Handlungen keineswegs immer verurteilt... Homosexualität galt als Krankheit oder Laster, das aber bei einvernehmlichen Handlungen keine rechtlichen Konsequenzen verlangte... Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Straffreiheit in vielen Staaten wieder eingeschränkt. Es ist in diesem Sinn bezeichnend, dass erst sehr spät auch die internationale Gemeinschaft darauf reagierte und neben die Straffreiheit auch die Anerkennung als gesunde Lebensform stellte. Bereits 1981 sprach sich die Parlamentarische Versammlung des Europarates gegen Diskriminierung homosexueller Frauen und Männer aus und forderte die Weltgesundheitsorganisation auf, Homosexualität aus dem internationalen Krankheitskatalog zu streichen, was 1993 im ICD-10 auch geschah. Der Film reagiert auf diese Entwicklung und zeigt, dass rechtliche und medizinische Klärung keineswegs sofort in die populärwissenschaftliche Umsetzung übernommen werden. Erst das Abgeben der Verantwortung durch den Bezug auf eine heteronome Instanz (Krankheit, hier ”vergiftetes‛ Wasser) ermöglicht es Betroffenen wie Beobachtern, unaufgeregt mit eigener und fremder Sexualität umzugehen. Eine wichtige Rolle spielt auch in diesem Fall die öffentliche und veröffentlichte Meinung.


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