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Höflich schrieb am 8.1. 2010 um 14:26:50 Uhr über

Asyl

Ich hatte während der 10-20 Minuten währenden Episode Schlafes, der mir in den frühen Morgenstunden doch noch vergönnt war (so gegen 8 Uhr), einen gräßlichen Traum, der mich zutiefst erschüttert hat. Die Traumhandlung erschien mir äußerst real, was daran liegen mag, dass ich mich gerade wieder in einer Entgiftungsphase befinde, einer Zeit also, in der das eigene Nervensystem die Dämpfung durch den klüglichen und weitsichtigen Alkoholgenuss der letzten Tage mit erhöhter Aktivität belohnt. Das hat eine Reihe von Übeln zur Folge, eine davon ist, dass die eigenen Alpträume mitunter sehr lebhaft werden, und auch nicht - wie so oft - schon Sekunden nach dem Aufwachen verblassen. Ich war also in diesem Traum, skurril genug, als Mitarbeiter eines Filmteams unterwegs, um eine Dokumentation über das winterliche Elend der Berliner Nacht- oder Obdachlosenasyle in den Kasten zu bringen. Unmittelbarer Anstoß für dieses Setting mag gewesen sein, dass ich irgendwann gegen sechs Uhr, als im Radio die unerträgliche Welle der Morgensendungen mit ihrem pausenlos wiederholten Nachrichten- und Verkehrsberichtsgelaber über mich hereinbrach, eben just eine kurze Meldung dieses um den Jahreswechsel so aktuellen Themas mitbekommen hatte. Etwas später im Land der Träume finde ich mich also als Fernsehreporter (aufs Radio mußte ich schließlich noch einen draufsetzen) wieder, in einer Einrichtung im Ostteil der Stadt, die aber nicht wirklich als reines Nachtasyl durchgeht, sondern augenscheinlich vor allem als Irrenanstalt für kriminell Wahnsinnige, dazu mit einer institutionell anarchischen Struktur. Die sich darin äußerte, das jeder erdenkliche Müll auf dem Boden der völlig verwahrlosten Einrichtung verstreut lag, und die wild grimassierenden Gäste oder Insassen mich oft ungehindert durch das Personal - welches im Grunde im Traum nicht vorkam - tätlich angreifen konnten. Wobei es aber nie zum Äußersten kam, sondern in der Regel allenfalls zu einschüchternden und demütigenden Belästigungen, wie der Bedrohung durch dreckige Spritzenkanülen, oder das leichte, im Grunde nur andeutende unvermittelnde Prügeln von hinten mit einem groben Holzklotz. Meine Kollegen hatte ich schon bald aus den Augen verloren, im Grunde hatte ich sie im Traum auch nie gesehen, da war nur eine junge Frau, von der ich dachte, dass sie irgendetwas mit meinem Auftrag zu tun hätte. Es stellte sich aber später heraus, das sie eigentlich eine Heroinabhängige Patientin war. Nun ja. Auch war ich mir über die Art und Weise meines Auftrages nicht im Geringsten im Klaren. War ich Kameramann? Tonmann? Redakteur? Ich hatte keine Ahnung. Was mir nur auffiel, war das mir mehr und mehr meines Besitzes von den Insassen gestohlen wurde. Irgendwann stand ich in T-Shirt und Unterhose da. Da hatte ich kein gutes Gefühl. Hose und Pullover fand ich schließlich irgendwo zwischen dem Unrat auf den Gängen liegen, aber ich fand auf Teufel komm raus meine Schuhe nicht! Draußen waren 5 Zentimeter Eis und Schnee und Minus 10 Grad! Fuck off! dachte ich mir, das kann nicht zugehen, das ist wie in einem Alptraum, ich bin am Arsch! Da wachte ich dann auf. Heißa!




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