|
"Wenn es einem Menschen freigestellt wäre in einen Baum eines Waldes geboren zu werden
//sich in einen Baum eines Waldes gebären zu lassen//: so gäbe es Solche, die sich den schönsten oder höchsten Baum aussuchen würden, solche die sich den kleinsten wählten und solche die sich einen Durchschnitts- oder minderen Durchschnittsbaum wählen würden, und zwar meine ich nicht aus Philiströsität, sondern aus eben dem Grund, oder der Art von Grund, warum sich der Andre den höchsten gewählt hat. Dass das Gefühl welches wir für unser Leben haben mit dem eines solchen Wesens, das sich seinen Standpunkt in der Welt wählen konnte, vergleichbar ist, liegt, glaube ich, dem Mythus – oder dem Glauben – zugrunde, wir hätten uns unsern Körper vor der Geburt gewählt."
(LudwigWittgenstein, »Bemerkungen über Frazers The Golden Bough«, (Ms-110,255))
Wittgensteins Denken war also dem des Existenzialismus durchaus näher als den Positivismus oder der spätere analytischen Philosohie. Wenn er nicht vielleicht einen abstrusen Spiritismus sich bediente.
Wie dem auch sei: Hier wird eindeutig eine Art »Auswahl der Körper« angenommen.
|