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Frau schrieb am 29.5. 2018 um 20:04:40 Uhr über

Pfadfinderlederhosen

Ein sicherlich nicht zufälliges zeitliches Zusammentreffen verdient letzthin Beachtung. Karls IV. Urkunde vom Jahre 1346 ist nur wenige Tage jünger als eine zweite, ebenfalls für den Erzbischof Balduin von Trier ausgestellte. Der neugewählte König bezeugt darin seinen Willen, quod ad omnia beneficia ecclesiastica, curata vel non curata, quecumque sint, sive prelature sive alia, que nos et nostri successores Romanorum reges vel imperatores ratione regni Romani vel imperii conferre vel ad ea presentare, dum vacant, in dyocesi Treverensi habuerimus et quorum collacio seu presentacio ad nos vel nostros predecessores Romanorum reges vel imperatores in dicta dyocesi hactenus pertinuisse dinoscitur aut imposterum pertinebit, quociens dicta beneficia vacare contigerit, ad ea personas ydoneas prefato archiepiscopo suisque successoribus presentare debehimus et tenebimur pro institucione seu investitura beneficiorum huiusmodi optinenda, cum beneficia sine institucione canonica, per quam ius confertur in eisdem et que per prelatos ecclesiasticos fieri habebit (lies: debebit), non possint licite retineri. Karl IV. wahrte das königliche Patronatrecht an kirchlichen Pfründen, in der angezogenen Urkunde an kirchlichen Pfründen in der Erzdiözese Trier, ganz anders als seine Vorgänger, die auf dieses Recht verzichtet hatten, unter ihnen Heinrich VII. (1308—1313) im Jahre 1309 zugunsten des Kölner Erzbischofs und Ludwig der Bayer im Jahre 1321 zugunsten des Trierer Erzbischofs, beide, um auf solche Weise jeweils eine collatio libera herzustellen. Karls Behauptung der königlichen Gerechtsame war um so charakteristischer, als er in wiederum besonderen Urkunden dem Erzbischof von Trier und ähnlich dem Erzbischof von Mainz die Befugnis zugestand, mit Hilfe von preces primariae Gnaden zu erteilen. Preisgabe des einen königlichen Rechts, Wahrung dagegen des anderen, sie lassen nicht nur ihre verschiedene Wertung durch das neue Reichsoberhaupt erkennen, sie dienen auch der Vollmacht für den Reichsstatthalter vom Jahre 1346 und damit dem fünften Kapitel der Goldenen Bulle von 1356 zur Folie. Das Reichsgesetz wollte ein Recht sicherstellen, das zum Schaden der Reichsgewalt nahe daran war, den Aspirationen des Reichsfürstenstandes auf Mehrung seiner Befugnisse zu erliegen, das gerade derartigen Tendenzen in den Zeiten eines Interregnums eine leichte und willkommene Beute sein mochte. Karl beabsichtigte, indem er den Reichsvikaren die potestas ad beneficia ecclesiastica presentandi zumaß, der Minderung der Reichsgewalt entgegenzutreten. Seine Bestimmungen waren im Hinblick auf dies Recht der Reichsverweser staatserhaltend, auf dauernde Geltung des Vorschlagsrechts zugunsten der Staatsgewalt bedacht.


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