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Er hatte sich schon lange vorgenommen, Hans Buch einen Beitrag zur Fortsetzungsgeschichte zu schenken. Zu schenken, pah, wie das schon klang! Als sei er eine heilige Kuh, auf deren Euter ein Verdurstender gerade noch gewartet hätte. Aber er wußte, es würde Hans eine Freude machen, diese fast übertrieben zu nennende Liebe zum geschriebenen Wort, er kannte sie nur zu genau. Gerade deshalb hatte er immer einen Bogen um Hans' Kind gemacht - die Fortsetzungsgeschichte? Das war all die Jahre hindurch für ihn eine gefühlige Mischung aus Kettenbrief und Michael Ende gewesen, nichts für echte Männer, raus in den Kampf, es ist Fightclub–Zeit. Aber er war, nach außen fast unmerklich, weicher geworden mit den Jahren. Und dieses Hätschelkind eines Mannes, den er sich nicht anders als jung vorstellen konnte und der vermutlich sogar die Luft derselben Stadt wie er einsog, es begann ihn auf eine alles andere als gönnerhaft zu nennende Art zu rühren. Zumal Herrn Buchs zweite Tätigkeit als Archivar der MAschine ihm ein weiteres an Respekt abnötigte. Beharrlichkeit, das war ein Stichwort. Sein erster Netsuke war eine Schnitzerei des späten 19. Jahrhunderts gewesen, keine wirklich große Arbeit, doch teuer genug für einen, der wieder einmal am Anfang seiner Studentenkarriere stand: Ein Hund, mit einer Schildkröte auf dem Rücken. Treue und Geduld. Fast, als hätte die kleine Schnitzerei ihn gesucht und nicht umgekehrt.
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