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Ehingen, kathol. Oberamtsstadt, in ältern Urkunden Echinga, Eainga, Ehinga geschrieben, liegt unter dem 27°, 23′, 50″ der Länge und 48°, 17′, 2″ der Breite am südlichen Fuße der Alp, an der Schmiechen, ungefähr 1/4 St. von der Donau, von dieser durch eine Anhöhe, der Kussenberg genannt, getrennt, 18 Reise- oder 22 geogr. Stunden von Stuttgart, und 5 von Ulm. Zur Unterscheidung wird die Stadt gemeiniglich Ehingen an der Donau genannt, und vielleicht lief die Donau auch wirklich einmal daran vorbey, S. 18. Häufig, aber irriger Weise, wird sie auch zu den ehemaligen östr. 5 Donaustädten gerechnet. Die Stadt, welche dermalen 2820 Einwohner zählt, ist Sitz sämmtlicher Oberamtsstellen, eines kathol. Dekanats, einer Cameral-Verwaltung, eines Postamts und eingetheilt zum Forstamt Blaubeuren. Auch hat die Universität Freyburg noch eine eigene Verwaltungsstelle unter dem Namen Oberschaffney in der Stadt. Der Zehnte, der große, gehört zu 5/6 der Universität Freyburg, zu 1/6 der Stiftungspflege; der kleine Zehnte und der Heuzehnte gehören der Universität allein; den ersten nebst Blut- und Hopfenzehnten bezieht die Stadtpfarrey. Die Zehnten der Universität sind im Cataster zu 5022 fl., der Stiftungen zu 465 fl. angeschlagen. Der Antheil, welchen die Stiftungspflege an dem großen Zehnten hat, gehörte in ältern Zeiten der Familie Humendorfer zu Ulm, weßhalb er auch jetzt noch der Humendorfische Zehnte heißt. Die Familie verkaufte ihn 1381 für 125 lb. an einen Ehinger Bürger, Namens Wend, von dessen Tochtermännern er 1384 der Siechenpflege zu St. Katharina verkauft wurde.
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