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auch Automutilation, man versteht darunter das Zufügen einer Verletzung am eigenen Körper, die mit
Gewebeschädigung einhergeht, wobei keine bewußte suizidale Intention
vorliegt»«Selbstverletzungsverhalten bezeichnet die wiederholte selbstzugefügte, direkte, körperliche
Verletzung ohne suizidale Absicht. Am häufigsten ist Selbstverletzendes Verhalten in der Adoleszenz
und im frühen Erwachsenenalter zu finden. 72 % gaben an, daß sie sich in die Haut schnitten, 35 %
fügten sich Verbrennungen zu, 30 % schlugen sich, 22 % verhinderten die Wundheilung, 22 %
zerkratzten sich schwer die Haut, 10 % rissen sich Haare aus und 8 % brachen sich Knochen (Favazza
& Conterio, 286) Im englischen Sprachraum gibt es eine Vielzahl von Begriffen für diesen
Symptomkomplex : self - injurious behavior (Winchel & Stanley), self - destructive behavior (Green), self -
mutilation (Favazza) etc., sowie spezifische Bezeichnungen, wie deliberate self harm (Romans et al.),
self - damaging (Lacey) self inflicted wounds, wrist cutting, wrist - slashing (Grunebaum & Klerman), self -
wounding (Tantum & Whitakker), self-mutilation (Suyemoto & Macdonald) und self-cutting (Himber,
Judith). Brodsky et al. 1995 60 Patientinnen der New Yorker Hospital - Payne Whitney Psychiatric Clinic
interviewt, die 1992 aufgenommen wurden und die Diagnose Borderline Persönlichkeitsstörung hatten. 30
Patientinnen machten Angaben zu Selbstverletzendem Verhalten, 57% davon gaben an zwischen 1 und
10 mal in ihren Leben Selbstverletzungsepisoden gehabt zu haben, 43 % hatten zwischen 11 und 500
Episoden erlebt. (Brodsky, Beth S. & Cloitre, Marylene & Dulit, Rebecca A. : Relationship of Dissoziation to Self - Mutilation
and Childhood Abuse in Borderline Personality Disorder in : Am.J.Psychiatry, 1995 (152 : 1788 -1792)) Von den 240
befragten Frauen mit Selbstverletzendem Verhalten in der Studie von Favazza und Conterio (Favazza, Armando
R. & Conterio, Karen : Female habitual self-mutilators in : Acta. Psychiatr.Scand., 1989 (79 : 283 - 289)stereotype Selbstverletzungen
wurden folgende Zahlen zur Häufigkeit gemacht:Die Hälfte gab an, sich über 50mal verletzt zu haben,
23% zwischen 25 und 50mal, nur 2% hatten sich nur einmal selber verletzt,Favazza & Conterio
schätzten die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung auf 14 - 750 Personen, die sich selbst verletzen pro
100000 Einwohner, in der Altersgruppe zwischen 15 und 35 Jahren jedoch auf 1800 pro 100000
Einwohner.Bei einer weiteren Definition von Selbstverletzung (psychotische und schizophrene
Erscheinungsformen sind mit inbegriffen) betrüge die Inzidenz laut Walsh und Rosen (Rosen, Paul M & Walsh,
Barent D : Patterns of contagion in Self - Mutilation Epidemics in : Am.J.Psychiatry 1989 (146 : 656 - 658) zwischen 14 und
600 Fällen pro 100000 Einwohner pro Jahr in den angloamerikanischen Ländern. Am häufigsten kommt
die Diagnose Borderline - Persönlichkeitsstörung gemeinsam mit Selbstverletzendem Verhalten vor,
gefolgt von Eßstörungen, Störungen durch psychotrope Substanzen, sowie der Antisozialen
Persönlichkeitsstörung, der Neurotischen Persönlichkeitsstörung und der Multiplen
Persönlichkeitsstörung.Taiminen et al. beobachteten, daß Selbstbeschädigungen (im Original :
»Deliberate - Self - Harm«) in geschlossenen psychiatrischen Jugendstationen durch Ansteckung auch
bei vorher nicht betroffenen Jugendlichen ausgelöst werden konnte. Sie sagen, daß der Großteil der auf
diese Art angesteckten Selbstverletzungen als Kleingruppen – Ritus verstanden werden könne, um ein
Zusammengehörigkeitsgefühl herzustellen.
Favazza & Conterio haben die von ihnen untersuchten Frauen nach ihren Gefühlen nach der
selbstverletzenden Handlung gefragt, dabei gab die Mehrheit an, daß es ihnen sofort nach der
Selbstverletzung besser ginge, nach ein paar Stunden gaben schon 48 % an, daß es ihnen schlechter
als vorher ginge, nach einigen Tagen berichteten nur noch 18 %, daß es ihnen besser als vorher ginge.
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