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Bettina Beispiel schrieb am 4.3. 2003 um 11:51:22 Uhr über

Schmerz

Schmerzentstehung

Grundlagen und Wissenwertes



Grundlagen

Für die meisten Arten von Schmerzen (etwa 95%) gilt, dass sie durch ein Ungleichgewicht der Muskulatur entstehen. Fachleute sprechen auch von muskulärer Dysbalance.
Es gibt auch andere Schmerzursachen, die z. B. aufgrund von Schädigungen des Nervensystems (also geschädigte Nervenbahnen in den entsprechenden Körperteilen oder auch direkt im Gehirn), Erbanlagen oder anderen Faktoren entstehen.
Der Anteil dieser Ursachen liegt aber schätzungsweise unter 5% (!).

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Wir unterscheiden zwei Arten von Schmerzen:
den Verletzungsschmerz und den degenerativen Schmerz
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Verletzungsschmerz

Der Verletzungsschmerz tritt zum Beispiel dann ein, wenn sich jemand das Handgelenk verstaucht. Sein Instinkt sagt ihm, dass er den Arm möglichst nicht belastet und somit auch kaum bewegt. Nach wenigen Wochen ist der Schmerz allmählich abgeklungen, und mit dem Nachlassen der Schmerzen nimmt automatisch die Belastung und somit Bewegung des Handgelenkes wieder zu.
Muskelverkürzungen, die durch die mangelnde Belastung entstanden sind, und in der Natur der Sache liegen, werden so wieder ausgeglichen. Denn in der kurzen Ruhe- und Schmerzzeit können die Muskeln sich nicht nennenswert verkürzen. Diese Vorgänge lassen sich auch gut bei Tieren beobachten.
Anders sieht es da bei gegipsten Verletzungen aus, bei der ein Gelenk für längere Zeit (ab 3 Wochen) total ruhiggestellt wird. Jeder kennt das: ein gebrochener Arm ist total dürr, der Muskel hat extrem an Masse verloren, da er nicht beansprucht wurde.
Die Verkürzung des Muskels ist vor allem bei älteren Menschen ein Problem. Kinder kenne dieses Problem nicht, da sie durch ihren Bewegungstrieb die bestehenden Muskelverkürzungen instinktiv wieder wegtrainieren.
An der extremen Abnahme der Muskelmasse lässt sich sehr schön erkennen, wie stark ein Muskel innerhalb relativ kurzer Zeiträume auf (fehlende) Reize reagiert.

degenerativer Schmerz

Der degenerative Schmerz entsteht viel unauffälliger und über längere Zeiträume. Bis es hier zu Schmerzen kommt vergehen Jahre oder (der häufigere Fall:) Jahrzehnte.
Wie kommt es dazu? Nun, Muskeln, die nicht in ihrem vollen möglichen Bewegungswinkel benutzt werden, verkürzen allmählich.
Der Körper spart Energie. Dieses Verhalten stammt noch aus früheren Tagen der Menschheitsgeschichte, in der die Versorgung des Körpers mit ausreichend Nahrung nicht immer regelmäßig gewährleistet war.
Und es hilft den Menschen auch heute noch in Notzeiten mit wenig Nahrung zu überleben.
Nur für den »zivilisierten« Menschen wie Sie und ich ist dieses Verhalten eigentlich nicht notwendig.
Wird ein Muskel also zu wenig (qualitativ - also im Sinne von Dehnung) bewegt, entstehen Muskelverkürzungen. Ein Beispiel: bewegen Sie ihren Arm täglich in eine über schulterhohe Position weitestmöglich nach hinten? Wenn nicht, droht ein Bereich ihres großen Brustmuskels (und viele andere kleine Muskeln) immer weiter zu verkürzen.
Viele ältere Menschen in unseren Breiten sind nicht oder kaum noch in der Lage, ihre Arme in eine solche position zu bringen. Unsere Vorfahren hatten damit weniger Probleme, da sie beim Klettern in den Bäumen oder bergen die Arme regelmäßig gehoben haben.
Gehen Sie mal in den Zoo und beobachten Sie kletternde Affen!
Wenn also ein Muskel über Jahre oder Jahrzehnte in bestimmten Bewegungswinkeln nicht benutzt wurden, sind sie möglicherweise (eigentlich immer) so stark verkürzt, dass Sie bestimmte Bewegungen, die einem Kind ganz natürlich gegeben sind, nicht mehr bzw. nur unter Schmerzen ausführen können.
Bei bestimmten Bewegungen treten »urplötzlich« starke Schmerzen auf, wie z. B. der Hexenschuss. Die Ursache hierfür liegt fast immer in verkürzter Muskulatur, die ich meist in ein paar Minuten bei meinen WT-ChiKung-Schülern wegbekomme.
Spätestens nach so einem Vorfall stellt sich bei vielen dann die Einsicht ein, dass es so nicht weitergehen kann. Sie werden aktiv.

Ohne Eigeninitiative sieht es dann so aus: Im weiteren Verlauf der Zeit bekommt der oder die Betroffene chronische (dauerhafte) Schmerzen, auch ohne sich zu sehr bewegt zu haben.
Der Weg aus diesen Schmerzen ist genauso möglich, wie vorher, nur ist er hier viel strapaziöser - besonders für das Nervenkostüm.
Man muss dann wirklich willens sein, ein paar Wochen sehr viel Energie und Durchhaltevermögen zu investieren, bis man in den Genuß von Schmerzfreiheit kommt.

Warten Sie nicht zu lange.


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Was kann man tun, wenn »Schmerz« gerade nicht da ist? Bedenke bei Deiner Antwort: Die Frage dazu sieht keiner, schreibe also ganze Sätze.

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