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Steve\PIA schrieb am 17.11. 2005 um 21:36:55 Uhr über

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Als ich neulich von einer meiner Zeitreisen zurückkam, beschloß ich im Holland des frühen 21. Jahrhunderts einen Kiffen zu gehen. Wie ich darauf kam, weiss ich gar nicht mehr genau. Als Zeitreisender erlebt man eine Menge, man hat aber viel zu selten Zeit zum entspannen.

20.09.2005 Nijmegen/Niederlande

Nachdem ich durch einige Coffeeshops gezogen war und eine Menge Joints geraucht hatte, wollte ich mich auf den Rückweg nach Kleeve machen. Dort war meine Zeitmaschine sicher geparkt und trotz des ständigen Stress freute ich mich schon irgendwie auf die nächste Reise.

Etwas orientierungslos lief ich durch die Strassen. Ich war im Bus gekommen, ich wusste noch aus meiner Zeit vor den Zeitreisen, daß ein Bus hierher fährt. Früher bin ich oft hierher gefahren und habe bis zum Umfallen gekifft.

Jetzt wo ich drüber nachdenke war es wohl das erste mal seit Peter verschwunden ist. Mit Peter bin ich früher sehr oft hierher gekommen, manchmal fast jedes Wochenende. Wir haben oft und viel gelacht.

Seit er verschwunden ist hat sich vieles geändert. Ich erinnere mich, daß Stalin mal gesagt hat »Das Leben ist besser, das Leben ist fröhlicher geworden«. Jetzt war es genau andersrum. Das Leben war schlechter, das Leben war öder geworden.

Aber es half ja nichts sich zu beschweren, das ändert ja auch nichts. Ist schon irgendwie seltsam.

Als Zeitreisender kann man zwischen unendlich vielen interessanten Orten und Zeiten wählen, aber irgendwie fühlt man sich immer nur in der Zeit und Welt in der man geboren ist richtig zu Hause.

Ich kann mich noch genau an meine erste Zeitreise erinnern. Damals dachte ich das PIA wäre nur ein seltsames Gebäude das einen Haufen Irrer beheimatet. Ich bin nur wegen der Bezahlung im Vorraus dorthin gegangen, im Stiefel ein Messer - für Notfälle. Was hätten Sie denn gedacht wenn man Sie als Testperson für Zeitreisen anheuert? Ich hatte vermutet daß man mich für irgendwelche Experimente oder als Sklaven gefangen hält, doch die Bezahlung von 50.000 US-$ im Vorraus machte mich neugierig.

»Wenn sie dir was spritzen wollen oder dich in einen Raum locken, dann zückst du einfach das Messer, stichst Sie ab und verschwindest mit dem nächsten Zug« dachte ich und ging zum Institut.
Erstaunt war ich über all die seltsamen Gerätschaften und Personen die ich dort vorfand. Ein wenig wie in einem schlechten Science Fiction Film kam ich mir vor.

Doch die Neugier und Abenteuerlust haben mich in dieses seltsame Gefährt einsteigen lassen. Ich hätte eher damit gerechnet daß es explodiert oder sowas Ähnliches. Als ich dann 200 Jahre früher in Paris ankam dachte ich erst daß man mir irgendwelche Drogen verabreicht hat, vielleicht ein toxisches Gas oder Ähnliches.
Nur schnell weg hier dachte ich, ganz egal wohin. Und so trudelte ich eine Zeit lang planlos von Epoche zu Epoche.

Es dauert anfangs ziemlich lange bis man sich an Zeitreisen gewöhnt hat, meist denkt man erst man hätte den Verstand verloren oder Ähnliches; man kommt sich vor wie in einem billigen Kinofilm.

Jetzt stand ich hier in einer Engen Gasse von Nijmegen und hatte keine Ahnung wo ich überhaupt bin.
Als Zeitreisender ist das erste (oder auch letzte, kommt auf den Fall an) was man lernt, daß man sich niemals zu weit von seiner Zeitmaschine entfernt. Ein Zeitreisender ohne Zeitmaschine ist fast immer wie ein Gestrandeter auf einer einsamen Insel.

Obwohl die Zeitmaschine in Sicherheit und nur ca. 50 Kilometer entfernt war, kam ich mir etwas wehrlos vor. Auch die Tarnung macht mir immer etwas Sorgen.

Eine effektive Tarnung für eine Zeitmaschine ist kaum möglich, selbst wenn man eine ídeale Tarnung findet, dann ist sie in der nächsten Epoche oder Gegend nutzlos.
Anfangs hatte ich meine Zeitmaschine als Eiswagen getarnt, was in den 70er Jahren meist wenig Aufsehen erregte. Doch zum Beispiel im Mittelalter ist so ein Eiswagen recht auffällig.

Im Moment ist sie als kleine Blockhütte getarnt, wie man sie im Wald oder Bergen häufig vorfindet.
Einziges Problem an dieser Tarnung ist der Standort. Ich habe immer Angst daß sich jemand der gestern noch an diesem Waldweg vorbeikam heute wundert daß dort auf einmal eine kleine Blockhütte steht.

Wahrscheinlich machte ich mir einfach zu viele Sorgen. Ich dachte kurz nach, dann entschied ich mich ein Taxi zu rufen.

Geld ist als Zeitreisender eigentlich nie ein Problem, es gibt tausend Wege um als Zeitreisender in Minuten zum Millionär zu werden.
Gerüchte besagen daß sich viele Zeitreisende schnell ein Vermögen erschummelt haben und nun in Ruhe ein reiches und gemütliches Leben führen ohne weitere Zeitreisen.

Doch das ist mir zu langweilig, dafür war ich noch nie der Typ. Wenn man das erste mal einige Millionen in den Händen hält, dann neigt man natürlich dazu erst mal die Sau rauszulassen.

Man kauft sich einen Ferrari oder Hubschrauber, zuckelt bescheuert lachend durch die Gegend und schenkt dem Penner mal eben eine Million.

Doch irgendwann wird das auch langweilig, mich zog es schnell wieder durch Raum und Zeit.

Die beliebteste Methode ist übrigens Lotto spielen im 20. Jahrhundert. Man reist an einen Samstag, kurz vor Ziehung der Lottozahlen. Bei einer guten Tasse Kaffee notiert man die Lottozahlen und reist anschliessend 2 Tage zurück wo man dann einfach seine Glückszahlen für die Samstagsziehung ankreuzt. Gewinn garantiert!

Manche Zeitreisende klauen auch einfach etwas und reisen dann dreist 2 Tage zurück um mit dem Bestohlenen zusammen das Geld zu verzechen.

Besonders im Zeiten vor dem 20. Jahrhundert eignet sich diese Methode gut wenn man kein sicheres Golddepot angelegt hat.

Gold ist natürlich immer ein gutes Zahlungsmittel, allerdings immer gut portioniert - ein 20 Kilo Barren erweckt in allen Zeiten erstmal Misstrauen.

Doch hier brauchte ich kein Gold, im frühen 21. Jahrhundert kommt man mit US-Dollars und Euros meist schon aus. Ich nahm immer einige Tausend Einheiten beider Währungen mit, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Mehr Stil hat es natürlich, sich vom Taxi direkt zur Zeitmaschine fahren zu lassen und dann zu sagen »Oh warten sie, ich habe meine Brieftasche da drinnen«.
Das dumme Gesicht des Taxifahrers allein ist sagenhaft, wenn er zuschaut wie man sich mit einem kleinen Knall in Luft auflöst. Die wenigen Taxifahrer, die den Betrug durch Zeitreisende zur Anzeige gebracht haben sitzen heute alle ausnahmslos in psychatrischen Abteilungen.

Doch ich war etwas erschöpft und nicht zu Späßen aufgelegt. Während der Fahrt habe ich kaum mit dem Fahrer gesprochen. Ich war einfach nur froh wieder bei meiner Zeitmaschine zu sein als ich ausstieg. Dem Fahrer gab ich nur 10 Euro Trinkgeld - man soll dem Fahrer nie zu viel geben sonst wird es manchmal schwer ihn wieder loszuwerden.

Komisch, bei meiner Zeitmaschine fühle ich mich immer zu Hause und geborgen, ganz egal wo ich bin.

Peter fehlt mir manchmal, lange Zeit habe ich versucht ihn zu finden, bis mir der schrullige Professor vom PIA erklärt hat, daß wenn man in einen Zeitstrudel gerät man in anderen Zeiten nicht mehr zu finden ist. Ist schon komisch, wenn man also in der Zukunft gestrandet ist, dann ist es als hätte man in der Vergangenheit nie existiert.

Aber ist wohl auch besser so, sonst würde man sich wohl ständig selber begegnen. Ach, man darf gar nicht drüber nachdenken, Temporalmechanik ist eine seltsame Wissenschaft die ein nicht-Genie irre machen kann wenn man zu lange drüber nachdenkt.

Doch jetzt wollte ich nicht länger darüber sinnieren, ich war schon ganz ungeduldig als ich in die Zeitmaschine einstieg. Ich wollte einfach nur wieder zurück in die Zukunft, auf zu neuen Abenteuern.


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