Nun stell ich mir die Frage: Wenn Westerwelle sagt, wir leben in spätrömischer Dekadenz, könnte er recht haben? Nun nach Ortega y Gasset's »Aufstand der Massen« ist ein Kriterium für Dekadenz, dass sich eine Epoche in ihren Lebensgefühl einer anderen unterlegen fühlt. Wenn wir uns also heute die Medien ansehen, die Nostalgieshows über die 60ziger, 70ziger, 80ziger und 90ziger Jahre und die diversen Sendungen über die blühende »Wirtschaftswunderzeit« und die DDR-Sendungen und das Ganze, zu welcher Einschätzung müssen wir dann gelangen? Ich fürchte, die Diagnose könnte so stimmen.