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Wo die Peitsche erhoben wird, wo Geissel, Leder und Rohrstock auf verhülltes oder entblösstes Fleisch schlagen, stehen wir vor einer Bühne, auf der sich eine rituelle Handlung abspielt. Dies ist nicht bloss angesichts des Verbrechers so, der zur Strafe vor der Menge exemplarisch ausgepeitscht wird, nicht bloss im Anblick des erotischen Spektakels, an dem der Libertin sich ergötzt, sondern ebenso beim einsamen Eremiten in der Wüste, der seine Glieder vor dem Auge Gottes wundschlägt.
In seinem Buch »Lob der Peitsche«, einer Kulturgeschichte der Erregung, verbindet Niklaus Largier asketisch-spirituelle, medizinische, diätetische, ethnologische, erotische und pornographische Gesichtspunkte.
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