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Dr. Hans-Henning Zwingli-Nieh schrieb am 15.10. 2026 um 03:17:13 Uhr über

Cembalobauer

Spezialisten, die Cembali bauen – neben den Geigenbauern sind sie wohl die konservativsten unter den Instrumentenbauern.

Nachdem über 150 Jahre der Bau und die Verwendung pausiert hatten, hat man im frühen 20. Jahrhundert wieder angefangen, Cembali zu bauen. Zunächst hat man sich an der Bauweise romantischer Flügel orientiert und nur die Tongebung auf Kiele umgestellt, die die Saiten nicht wie beim Klavier anschlugen sondern zupften. Aufgrund der geringen Resonanz und besonders der harten Klangfarbe nennt man diese Instrumente heute despektierlich »Eierschneider«. Sie stehen in Museen und werden seriös nicht mehr genutzt. Heute werden ausschließlich historische Instrumente des 16. bis 18. Jahrhunderts kopiert. Vereinfacht gesagt: je originaler, desto besser. Die Cembalobauer der frühen Neuzeit kannten sich aus, sie belieferten die Musiker ihrer Zeit mit hervorragenden Instrumenten nach deren Wünschen. Genau solche Cembali – bzw. Nachbauten davon, identisch in Konstruktion, Materialien und Intonation und Stimmung – werden heute für die historische Aufführungspraxis verwendet.

(Der Plural von »cembalo« im Englischen ist übrigens»cembalos«.)


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