Knabenchor
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In einem Knabenchor bzw. bei Sängerknaben werden alle Stimmen von Jungen (»Knaben«) gesungen, die Sopran- und Altstimmen von jüngeren, die Tenor- und Bassstimmen von älteren.
Die Wurzeln der Knabenchöre liegen im Ersten Korintherbrief mit der Forderung nach dem Schweigen der Frau in der Kirche. Die Folge war der Einsatz von Knaben, um die Frauenstimmen im Chorgesang zu ersetzen. Daher wurden auch häufig Knaben kastriert und als Kastraten eingesetzt. So in Kurrenden und Kapellen des Früh- und Hochmittelalters, besonders aber in der frühen Neuzeit (Renaissance und Barockzeit). Ein Kastrationsverbot sprach Papst Pius X. erst 1903 aus.
Der Aachener Domchor, lateinisch der Tradition entsprechend auch Cappella Carolina genannt, ist mit seiner über 1200-jährigen Geschichte der älteste Knabenchor Deutschlands und einer der ältesten weltweit. Er steht in der Tradition der Chorschule (schola cantorum) am Hofe Karls des Großen, der von ihm gemeinsam mit Alkuin von York als Knabenchor gegründeten Schola Palatina.