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Ein König hatte in seinem Garten einen großen weitgeasteten Baum, der trug alljährlich viel goldene Aepfel, und Gold liebte der König gar sehr, denn je mehr der Baum Aepfel trug, desto mehr Abgaben konnte er seinen Unterthanen erlaßen. Es wußte kein Mensch, wie der Baum in den Garten gekommen war, aber er stand nun daselbst seit Menschengedenken, und war, so weit seine Aeste reichten, ein Gitter von starken Eisenstäben um denselben, und zu der Gitterthür hatte Niemand den Schlüßel als der König. So, dachte er, könnte ihm kein Apfel entgehen, der reif geworden war und von dem Baume abfiel; abfallen ließ er sie aber alle, denn sie fielen nicht zu Schanden, wie andere Aepfel, und je reifer sie geworden waren, desto feiner war das Gold.
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