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mcnep, am 31.5. 2007 um 14:03:47 Uhr
Kreuzverhör

Carson: Nun, Mr. Wilde, würde ich sie gerne fragen: Haben Sie diesem Mann, den Sie als Erpresser kanntendessen Ruf als Erpresser Sie kannten –, haben Sie ihm zehn Schilling gegeben?

Wilde: Ja.

Carson: Was hat er Ihnen gegeben?

Wilde: Nichts; er gab mir persönlich nichtser schickte es [später] vorbei.

Carson: Er gab Ihnen nichts?

Wilde: Nein.

Carson: Doch als Sie ihm die zehn Schilling gaben, was gab er Ihnen da?

Wilde: Seinen Dank.

Carson: Er hatte Ihnen nichts gegeben?

Wilde: Überhaupt nichts.

Carson: Warum gaben Sie diesem notorischen Erpresser zehn Schilling, wenn er Ihnen nichts gab?

Wilde: Ich gab Sie ihm aus Verachtung. [Gelächter]

Carson: Aus was?

Wilde: Aus Verachtung.

Carson: So zeigen Sie Ihre Verachtungindem Sie zehn Schilling verschenken?

Wilde: Sehr oft ist das eine der besten Möglichkeiten, seine Verachtung zu zeigen. [Gelächter]



Aus der Mitschrift der Gerichtsverhandlung gegen Oscar Wilde, 1. Verhandlungstag, 3. April 1895




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