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Ich muss, wenn auch widerwillig und zögernd, gestehen, dass viel von dem, was man bei gewöhnlichen Leuten »tiefe«, innere Überzeugungen nennen würde, bei mir eine Frage der Tagesform ist.
Gleichgültig, ob die Existenz und die Offenbarung Gottes, das tertium-non-datur, Gewaltenteilung, die Möglichkeit der Wahrheit normativer Sätze, Einschätzung des Goetheanismus oder Spinozismus, Determinismus, kurz gesagt, die Meinung betreffend Politik und Religion hängen bei mir mitunter von der Tagesform, den Lichtverhältnisse und den Menschen in der Umgebung ab.
Was dagegen konstant bleibt ist das logische Skelett. Wenn nun etwas wahr wäre, was folgte daraus? Sofern ich mich da zu einer Schlussfolgerung durchgerungen habe, bleibe ich dabei.
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