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masXin schrieb am 17.7. 2018 um 10:17:12 Uhr über

Donnerstagsbeichte

Da wir das Radfahren für uns entdeckt haben neuerdings, hat Gerda sogleich uns zu Kurieren erklärt, indem sie eine Adressliste überreicht hat und ein Packerl Briefe, Einladungen nämlich für den kommenden Mittwochssalon, indem der Vortragende, Ambros Purpur, letzten Samstag erst erschienen ist und sein Vorhaben angekündigt hat, was für einen postalischen Versand von Einladungen zu spät gewesen ist. Natürlich wollte Adrian, der Donnerstagbub, losradeln sofort, indem er meinem Ortssinn blindlings vertraut und eine gründliche Kenntnis aller Bezirke bei mir ganz selbstverständlich voraussetzt: kennst nicht nur alle Gassen in Wien, weißt ja auch genau, wo die schönsten Buben herumstehn immer, du Bazi!
Begreifen musste er, dass man einen genauen Plan machen muss zuerst, ja das »Problem des Handlungsreisenden« hab ich ihm müssen vorgoogeln, da erst wurde ihm einleuchtend, dass Nachdenken eine lohnende Beschäftigung sein kann.

Wie überrascht wir waren, als wir an einem ringsum zugewachsenen Garten ankamen, wo wir die Pforte lange erst haben suchen müssen, und wo auch keine Hausnummer zu lesen war und kein Name Freudenthaler. Oben um die Pforte herum hingen dutzendweise rote Rosen herab und überhaupt, das Spalier war schadhaft und abgeknickt und ein Eintritt wäre gar nicht möglich gewesen zunächst.

»Oh, wollt ihr helfen das Spalier richten
Bewegt hat dann die Pforte sich und eine alte Dame kam zum Vorschein, und gleich hat Adrian den Brief ihr hingehalten, wo Luitgard Freudenthaler darauf stand, und ob sie diese Frau Freudenthaler ist.
Die Fahrräder hineingeschoben haben wir, das Spalier haben wir zurechtgerückt, so dass eine gewisse Stabilität war, provisorisch jedenfalls, auch einen roten Saft hat Adrian entgegengenommen sehr höflich, Wasser aus eigener Quelle und Sirup von Himbeeren hier vom Garten. Ein Hexenhäusl hat er das Freudenthalersche Anwesen genannt später. Allerlei gezeigt und vorgeführt wurde uns, auch einen erheblichen Schatz Zigarren hatte der Franz Freudenthaler hinterlassen, Gott habe ihn selig: nehmen Sie davon mit, soviel Sie wollen, Herr Innsbruckner! Was haben Sie für einen herzigen Buben!



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