Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 18.6. 2018 um 16:43:43 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Am Feldmochinger See den Minigolf habe ich ausgesucht, die Idee gehabt hat aber Adrian, der Donnerstagsbub. Auf 18 Bahnen sammelte er 60 Punkte ein, ich 68.
Ab Bahn № 15 oder 16 verschlechterte sich seine Laune zusehends, weil er sich bereits auf die Zeit danach besann, und Adrian dieses ihm widerfahrene Unglück wieder bewusst wurde, indem wir am Vormittag bei »Early« blütenweiße PUMA-Sneakers eingekauft hatten; die mit dem praktischen Drehknopf.
Hätte ich ihn nur gewarnt; er musste sie einfach anbehalten - es waren die alten Schuhe, die in die stylische Tüte gepackt wurden.
Wir sitzen in der U2 nach Feldmoching hinaus, da entdeckt er den ersten Fleck, er versucht es mit Spucke, nun reibe doch nicht, sage ich und reiche ihm ein Tempo, vorsichtig tupfen musst du. Alles vergeblich, ja weitere Flecke wurden entdeckt. Beim Minigolf wenigstens trug er die alten Schuhe wieder.
Und nun diese Laune, diese unerträglich üble Laune. Das war nicht mehr mein Donnerstagsbub.
Nahe an unserer Pension Silvia ist im Bereich eines Gymnasiums dieser Bolzplatz, wo ein Fußball gegen die Metallgitter donnert immer wieder.
Ja, spiel gerne mit! war die Auskunft - klettere nur herüber, auch wir haben alle hinübergeklettern müssen! Vier Meter hoch außen, vier Meter tief innen - wie ängstlich war ich und wollte abraten.
Nach einer Stunde hab ich ihn wieder abgeholt, jetzt war er der zufriedenste Bub der Welt. Im Badezimmer füllte er das Waschbecken mit Wasser, rührte Seife hinein. Gründlichst wurden die Sneakers bearbeitet. Und die waren, als wir spät in der Nacht vom Italiener, danach Spanier (Tapas) zurückkehrten, wieder ganz trocken und jungfräulich weiß.
masXin schrieb am 19.7. 2018 um 01:08:36 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Bin hinunter indem ich mir eine mild Angeheizte gedreht habe und sehe, der Callshop ist noch auf, also hinein und Rauchen dort ist eh erlaubt. Es sind ja Ferien, der Adrian darf folglich aufbleiben so lang er will und hilft der Gerda beim Aufräumen momentan, indem wir einen Mittwochssalon hatten. Das Thema des Herrn Purpur war Dynamik und nicht Dynamit wie Gerda fälschlicherweise in den Einladungen geschrieben hat. Hätte Hofrat Dallhofer nicht protestiert und zwar kaum dass der Purpur begonnen hatte, es wäre niemand aufgefallen. Der Dallhofer ist aber Ingenieur und ist wegen Dynamit gekommen und nicht zu einem philosophischen Larifari, wie er sich ausgedrückt hat. Ist aber dann doch bis zum Ende geblieben, indem seine Ehefrau ihm ein Redeverbot erteilt hat. Er hat sich dann an unserem Buffet verlustiert. Obgleich wir zu viel angerichtet haben und zu wenig Gäste gekommen sind, ist wegen dem Dallhofer nicht 1 Canapé übrig geblieben und ich muss darauf vertrauen, dass mein Donnerstagbub, der Adrian also, mir ein paar von denen mit Greyerzer/Speck beiseitegelegt hat.
»Mein Geschäft hab ich wollen gründlich lüften diese Nacht, und er stänkert wieder alles voll.« Eine freche Goschn hat der Wladi, was der Callshopbesitzer ist. Er wird ein extra Schmattes kriegen, damit wir amikal auseinandergehen können.
masXin schrieb am 18.8. 2018 um 12:48:34 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Ein schönes Frühstück war das Donnerstag, vorgestern also, weil erstens die Irma aus St.Pölten zu Gast war und exzellente Eier mitgebracht hat, indem sie einen eigenen Hühnerhof besitzt, und zweitens, weil wir, mein Donnerstagsbub und ich, sehr früh schon Schwimmen waren im Amalienbad, wo ich sonst immer nur allein hingehe, und folglich hatten wir beide einen schönen Appetit. Zum ersten Mal ist er mitgekommen, hat sich auch sehr verausgabt, während ich nur meine abgezählten Bahnen geschwommen bin.
Im Flur steht ein bequemer Sessel, der nur von Gerda benutzt wird, wenn sie sich die Schuhe an- oder auszieht nämlich. Jetzt habe ich mir angewöhnt neuerdings, auch dort zu sitzen und den Standard zu lesen nach dem Frühstück. Kann von dort hinüber zur Küche sehen, wo bis auf die Servietten der Frühstückstisch abgeräumt ist bereits, und auf diesem macht sich jetzt der Adrian breit. Hat nämlich den linken Ellbogen mitten in den Tisch geschoben und stützt mit der Hand den Kopf. Dann legt er den Kopf fast ganz auf dem Tisch und schaut hinüber, wo der rechte Arm ausgestreckt ist und eine kleine Figur in der Hand hält, und zwar Adrians kleines Abbild aus dem 3D-Drucker. Die Irma hat das Figürchen sehen wollen unbedingt, hat auch müssen ihre Meinung abgeben.
Adrian dreht, schiebt sein Abbild auf dem Tisch hin und her. Ist ganz vertieft die ganze Zeit in allerlei Perspektiven. Übrigens meinte Irma, er hätte nicht so lax dastehen sollen bei der Aufnahme, sondern anständig und aufrecht.
Inzwischen hat er eine Serviette ausgebreitet, der Adrian, auf die Serviette bettet er sein Abbild. Unterm Tisch hat er ein Bein über das andere gelegt und lässt am nackten Fuss den Flipflop pendeln. Pendeln bis der Flipflop wegfliegt. Da schaut er einen Moment hinüber in meine Richtung. Bleibt indes aber ganz verträumt und wickelt sein Abbild ein in die Serviette, dreht alles um und um.
masXin schrieb am 11.8. 2018 um 15:41:48 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Er weiß ja selbst nicht recht, wie und wo, mein Donnerstagsbub. Ein Zimmer für sich hätte er schon gern, bei seinem Vater nämlich, aber mit dem Essen wiederum ist da ein Problem, er muss alles selbst besorgen, indem der Vater ganz patschert ist, was Essen angeht, und einen Papp anrichtet in der Küche meistens, immer eigentlich.
Unsere Gerda ist da eben unübertroffen. Ist überhaupt eine sehr Aufmerksame, ich kann ihr doch nicht vorwerfen, dass sie mir nicht alles berichtet stantepede, was ich ja selbst auch hätte bemerken können, die Sache mit dem Schlüssel meine ich. Wie hat er immer Sturm geklingelt an der Wohnungstür! indessen aber selbst geöffnet und ist hereingekommen.
Neulich aber, war es nicht Dienstag erst? wo er kurz nur geklingelt hat, und warten hat müssen, bis Gerda ihm aufmacht, indem er ihr die Schlüssel zurückgegeben hat vor geraumer Zeit bereits.
Habe es doch auch gehört, das schüchterne Klingeln, hätte alles sofort begreifen können, indes, begriffen habe ich viel später erst. Ergriffen hat es mich, so müsste ich sagen, als ein plötzlicher Schmerz.
masXin schrieb am 1.8. 2018 um 10:23:31 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
Flaniere einfach so dahin und gehe unbewusst wieder einmal die Walfischgasse entlang, Schattenseite natürlich bei so einem Wetter, und wie wird mit einem Mal mir alles sinnvoll, ein Stückerl noch und beim Sacher angekommen bin ich. Habe dort einen Stammplatz zwar nicht, es kann bei 1 - 2 Mal in Jahr von Stammplatz nicht die Rede sein, habe aber dort einen bevorzugten Platz, welcher heute zwar mit einem Reserviertschilderl versehen war, welches zu ignorieren mir aber höflich gestattet wurde, auch sei der große Mokka schon unterwegs und dazu das grosses Wasser, indem ich erstaunlicherweise doch kein ganz Unbekannter dort bin.
1 - 2 Mal im Jahr ergibt es sich, dass mich eine Nachdenklichkeit befällt, welche ich nur beim Sacher bewältigen kann, indem ich zu einer öffentlichen Person werde, und zwar zu einer seriösen, weil in seriösem Ambiente. Eine seriöse Person bin ich, welche in einem seriösen Ambiente von anderen seriösen Personen in Ruhe betrachtet werden kann und als Schriftsteller oder Journalist eingeschätzt könnte ich werden, als Kritiker gar allerneuster kultureller Begebenheiten, indem ich hin und wieder in mein Notizbuch etwas eintrage, und überhaupt nachdenklich bin ich nicht nur, sondern einen Nachdenklichen auch darstellen will ich, indem ich selbst wie in einem Spiegel mich betrachten will gewissermaßen.
Ein Verlassener bin ich jetzt, nicht nur heute, sondern gleich für mehrere Tage hintereinander, indem Adrians Vater eine Wohnung gefunden hat, schneller als ursprünglich erwartet, und ihn zu einem probeweisen Wohnen mit ihm aufgefordert und eingeladen hat, so dass ich von meinem Donnerstagsbuben getrennt bin momentan.
masXin schrieb am 19.3. 2018 um 10:11:22 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Am gestrigen Sonntag fand das Fußball-Match im Sportzentrum Donaucity statt wieder einmal. Denk bitte nicht die ganze Zeit an hinterher, habe ich meinen Donnerstagsbuben Adrian ermahnt, indem zum einen Sportskamerad Ilyas mit uns in den Rennweg kommt nach dem Match, und zum andern Gerda nicht anwesend sein wird, wir somit die ganze Wohnung für uns haben. Er soll sich auf das Spiel konzentrieren und an nichts anderes denken.
Für die Jause zwischendurch habe ich eine Überraschung vorbereitet, indem ich einer Empfehlung von Ilyas gefolgt bin und in einem gewissen Laden eine seiner Leibspeisen, Köfte nämlich, besorgt habe.
Tatsächlich hat sich Adrian als Mittelfeld-Stürmer wacker gehalten, bis zur ersten größeren Spielpause jedenfalls. Ilyas schien sehr gerührt und nahm sich bescheiden und gesittet zwei Köfte nur, Adrian indes griff gierig zu. Zum Glück hatte ich den größeren Köftevorrat den beiden noch verschwiegen.
Dann aber, als Adrian zur Toilette verschwunden war für einen Moment, gab mir Ilyas einen Autoschlüssel, den zum Werkstattwagen in der Tiefgarage nämlich. Dort ist ein Kasten mit Schubfächern, und im untersten werde ich einige Wäschestücke finden, die soll ich holen, denn er will diese anziehen später. Und bitte den Wagen abschließen wieder.
Im besagten Schubfach fand ich einen Vorrat an Kondomen, einen Kremtopf auch, welchen ich öffnete und sogleich am Geruch den speziellen Krem aus der Carolus-Apotheke wiedererkannte. Auch ein Packerl Babylove Feuchttücher war vorrätig. Als die erbetenen Wäschestücke stellten sich heraus: ein feiner schwarzer Slip, sowie dazu passende Strümpfe und ein Hüftgürtel samt anhängenden Strumpfhaltern; es schien ein Sonntag voller Überraschungen zu werden.
masXin schrieb am 18.6. 2018 um 09:22:18 Uhr zu
Bewertung: 24 Punkt(e)
Es geht gar nicht darum, meine Erinnerungen zu verklären, besonders diese zweite Nacht in der Pension Silvia, Zimmer № 4. Wäre doch ein von argwöhnischem Personal beauftragter Hausdetektiv ins Zimmer geschlichen, oder hätte ein verstecktes Videoauge alle Geschehnisse protokolliert, ich wünschte mir nur ein Bild: meinen Donnerstagbuben, schlafend, im Bett daneben mich, schlafend.
Nicht verklären will ich, sondern vergegenwärtigen. Hätte ich doch gern die ganze, nicht nur einen Teil der Nacht den schlafenden Adrian neben mir betrachtet, mal auf dem Rücken und mit offenem Mund atmend, mal seitlich liegend. Dann mir abgewandt. Dann wieder mir zugewandt; und wie doch die unschuldigste Zu- und Abwendung eine veränderte Ausschüttung von Hormonen auslöst sogleich.
Indem ich also mir alles vergegenwärtigen will, muss ich auch vervollständigen, das wäre: erkunden, was hat er, er denn gefühlt und gedacht in dieser Nacht? Indem ein Bub in seinem Alter nicht alles zur Sprache bringt, gar reflektiert, es sei denn etwas dem spontanen Fauchen oder Schnurren eines Katers vergleichbares, so will ich doch manches im Nachhinein noch ergründen; es will aber der Adrian viel lieber in Gegenwärtiges sich vertiefen als in Vergangenes.
masXin schrieb am 24.6. 2018 um 11:55:36 Uhr zu
Bewertung: 25 Punkt(e)
Selten zwar, aber gelegentlich doch bringe in meinen Donnerstagsbuben auf ein gewisses Thema - dem er aber beharrlich ausweicht - indem ich glaube, dass er in einem Alter sich befindet, wo noch nichts festgelegt ist für alle Zeit. Wenn es auch heißt, derlei sei von Geburt an vorbestimmt fürs ganze Leben. Altmodisch, wie ich im Grunde bin, und indem ich sein Glück will, wünsche ich, er möge eines Tages, nicht zu früh, aber zur rechten Zeit, die kongeniale Gefährtin finden und ein zahlreiche Familie gründen. Mag er auch selbst nicht in eine geradezu vorbildliche Familie hinein geboren sein.
Nun kam Adrian aber von sich aus auf dieses lebenswichtige Thema zu sprechen - indem er ohnehin alles Glaubliche und Unglaubliche aus seinem Schulalltag zu berichten pflegt - nämlich, dass der Alexander immer öfters mit eine gewissen Bettina zusammen gesehen wird. War dieser Alexander nicht mit John, dem Ballett-Tänzer an der Staatsoper, verlobt geradezu gewesen schon geraume Zeit.
Eine gewisse Unruhe hat diese Mitteilung in mir ausgelöst. Und hat einen Traum mir beschert heute Nacht, wo ich wieder einmal auf meinem »Traumschiff« mich befand, das am Donaukanal festgemacht hat, und das mir gehört offenbar. Jedenfalls scheine ich dort mich zu mehr Hause zu fühlen als irgendwo sonst auf festem Boden. Ein Ablegen und Davonfahren allerdings ereignet sich nie.
Es hatte im heutigen Traum ein anderes Schiff an der Wasserseite meines Traumschiffs festgemacht, zu meiner Überraschung, sogar Freude. Proviant wurde von der Ufermauer über mein Schiff hinweg zur »Aquarius« getragen, so übrigens war der Name des Schiffs. Nicht sehr vorsichtig übrigens, indem ich selbst mein Schiff immer sehr pfleglich behandele und keine Besucher dulde für gewöhnlich. Hin und her überlegte ich, ob ich mich freuen soll über den Besuch oder ärgern, und so bin ich allmählich wach geworden heute früh.
masXin schrieb am 2.7. 2018 um 12:29:29 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
»Indem ein Bub in seinem Alter nicht alles zur Sprache bringt, gar reflektiert, es sei denn etwas dem spontanen Fauchen oder Schnurren eines Katers vergleichbares...«
- das habe ich, gar nicht lange her, behauptet, und bin nun einigermaßen beschämt.
Hat nicht, erstens, Hochleitner, der Deutschlehrer, Adrians Aufsätze besonders gelobt seinerzeit?
Und zweitens - dass ich darauf ganz vergessen habe! - durfte ich selbst doch erleben, wie mein Donnerstagsbub übersprudeln kann vor Beredsamkeit, und zwar in ganz klaren Worten, indem ich ihm ein einziges Mal einen einzigen Zug erlaubt habe an meiner Geheizten, einer mit Cannabis angereicherten Zigarette also.
Nun hat er doch neulich in der Nacht, nur aus einem überfließenden Herzen heraus, so schön gesprochen wiederum! Hat auch aus einem Buch von mir zitiert, den Memoiren eines Neffen, zu meiner allergrößten Überraschung, indem ich selbst kein Exemplar davon mehr besitze (ich bin ein zu unbedenklicher Ausleiher von Büchern), und auch mein Buchhändler in der Garbergasse hat einen Nachdruck angefordert zum wiederholten Mal bereits. Es muss der Adrian ein Exemplar versteckt haben unter seinen Sachen, die ich aber nicht anrühren will.
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