Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 15.6. 2018 um 09:42:34 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
So hatte sich also zwischen mir und meinem Donnerstagsbuben ein Graben aufgetan, der Graben zwischen zwei Matratzen, indem wir zum ersten Mal in einem Doppelbett schliefen und nicht wie gewohnt in unserem Ehebett in Wien. Überhaupt übernachteten zum ersten Mal in einem Hotel, in der Pension Silvia, drei Sterne, Nähe Elisabethplatz, München.
Getrennt lagen wir also.
Und: wer bleibt, wer schlüpft herüber?
Wir hatten also zugleich mehr und weniger Platz als gewohnt, überhaupt erschien uns im Bett alles Vertraute anders irgendwie: indem beispielsweise die Hände von warmen, schweißnassen Bereichen hinüber zu kühleren wanderten und wieder zurück. Es war sehr warm. Zugleich kam vom offenen Fenster her ein frischer Luftzug. Draußen war auch ein Lärm die ganze Nacht fast, es war die Nacht von Samstag auf Sonntag.
Meine Hände waren also auf seiner angenehm kühlen Brust angelangt, und nun, das wird diese Reise nach München mir unvergesslich machen, nun kamen Adrians Nippelchen ins Spiel. Dass die bislang ganz außer Betracht geblieben waren!
masXin schrieb am 18.9. 2018 um 16:07:23 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Donnerstagsbub Adrian erschien heute verspätet zum Mittagsmahl. Wir richten uns immer nach den Unterrichtszeiten, heute aber musste Gerda Adrians Anteil beiseite tun, um ihn dann wieder aufzuwärmen.
Nun war es so heute, dass er zum Arcadia Opera Shop gegangen ist gleich nach der Schule, wo derzeit ein Buch von mir verkauft wird. Er kennt es zwar bereits, indem Freunde von ihm, John und Alexander, darin vorkommen.
Er brachte aber jetzt eine Visitkarte mit, die, wie er behauptet, in alle Bücher eingesteckt sei! War ich nicht heute früh schon dort und habe diese nicht bemerkt! Oder sie sind inzwischen eingesteckt worden.
Auf dieser Karte will sich eine Firma bekannt machen:
De Waal
(Inh. Malte Regow)
Barnabitenstiege
WIEN
Ich muss da doch etwas erschrecken, indem ich bei einem Nachdruck meines Werks (»Marimbaphon, ein Tod in Venedig«) eine »Edition Favoriten« und als Verlagsort »Barnabitenstiege« hinzuerfunden habe.
Wir haben in Wien zwar eine Barnabitengasse, und zwar hier gleich um die Ecke, aber keine Barnabitenstiege.
Indem Adrian nur die frühere Ausgabe des Todes in Venedig besitzt, will er jetzt unbedingt noch die neue haben mit dieser Ergänzung.
»Signiert hast du ja bereits« sagt er »aber schreib mir noch eine Widmung dazu!«
masXin schrieb am 18.8. 2018 um 12:48:34 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Ein schönes Frühstück war das Donnerstag, vorgestern also, weil erstens die Irma aus St.Pölten zu Gast war und exzellente Eier mitgebracht hat, indem sie einen eigenen Hühnerhof besitzt, und zweitens, weil wir, mein Donnerstagsbub und ich, sehr früh schon Schwimmen waren im Amalienbad, wo ich sonst immer nur allein hingehe, und folglich hatten wir beide einen schönen Appetit. Zum ersten Mal ist er mitgekommen, hat sich auch sehr verausgabt, während ich nur meine abgezählten Bahnen geschwommen bin.
Im Flur steht ein bequemer Sessel, der nur von Gerda benutzt wird, wenn sie sich die Schuhe an- oder auszieht nämlich. Jetzt habe ich mir angewöhnt neuerdings, auch dort zu sitzen und den Standard zu lesen nach dem Frühstück. Kann von dort hinüber zur Küche sehen, wo bis auf die Servietten der Frühstückstisch abgeräumt ist bereits, und auf diesem macht sich jetzt der Adrian breit. Hat nämlich den linken Ellbogen mitten in den Tisch geschoben und stützt mit der Hand den Kopf. Dann legt er den Kopf fast ganz auf dem Tisch und schaut hinüber, wo der rechte Arm ausgestreckt ist und eine kleine Figur in der Hand hält, und zwar Adrians kleines Abbild aus dem 3D-Drucker. Die Irma hat das Figürchen sehen wollen unbedingt, hat auch müssen ihre Meinung abgeben.
Adrian dreht, schiebt sein Abbild auf dem Tisch hin und her. Ist ganz vertieft die ganze Zeit in allerlei Perspektiven. Übrigens meinte Irma, er hätte nicht so lax dastehen sollen bei der Aufnahme, sondern anständig und aufrecht.
Inzwischen hat er eine Serviette ausgebreitet, der Adrian, auf die Serviette bettet er sein Abbild. Unterm Tisch hat er ein Bein über das andere gelegt und lässt am nackten Fuss den Flipflop pendeln. Pendeln bis der Flipflop wegfliegt. Da schaut er einen Moment hinüber in meine Richtung. Bleibt indes aber ganz verträumt und wickelt sein Abbild ein in die Serviette, dreht alles um und um.
masXin schrieb am 14.6. 2018 um 11:34:07 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Indem ich aus der Fülle kostbarer Erinnerungen ganz ohne ordnende Absicht dies und jenes herausgreife, steht an erster Stelle, ganz zufällig also, die kleine Dame Maja (3 Monate alt). Auf der Rückreise von München, im Zug, Adrian, der Donnerstagsbub, saß am Fenster, ich neben ihm, die Lehne konnte man hochklappen, es waren 4 Plätze um einen Tisch herum angeordnet, und dann, in Salzburg, erschien diese Maja, indem deren Mama den Platz mir gegenüber reserviert hatte. Es dauerte nicht lange, bis die kleine, aber schon sehr robuste und hellwache junge Dame den Adrian entdeckte, und anlächelte sogleich. Immerzu anlächelte, ja anseufzte.
In München haben wir Birgit, Adrians Mutter besucht, sowie Elke, die Großmutter, das nur am Rande. Birgit verkauft am Elisabethmarkt Obst und Gemüse. Auch das ist eigentlich ganz unwichtig, jedenfalls hatte sich Adrian, als wir Wien, Westbahnhof erreicht hatten, nicht nur mit Maja, sondern auch mit deren Mutter zusehends angefreundet (und Maja war eingeschlafen), so dass ich mich naturgemäß ein wenig vernachlässigt fühlte.
masXin schrieb am 25.8. 2018 um 11:53:58 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
Der Donnerstagbub ist bei seinem Vater dieses Wochenende, vielleicht sogar bis zum Ende der Sommerferien. Dafür ist der allzeit etwas unfrohe Ambros Purpur eingetroffen, indem kommenden Mittwoch wieder einmal ein Salon stattfinden wird.
Nach Adrian (den er sonst kaum je besonders beachtet hat), als dieser ausblieb beim Abendmahl, und überhaupt die ganze Zeit, fragte Purpur aber dann doch, eindringlich sogar.
Weil Purpur von Amts wegen ein Illegaler ist, indem er keinerlei Papiere besitzt, auch der Name Ambros Purpur ein erfundener ist, hat er eine Sympathie für die Beziehung zwischen mir und meinem Donnerstagsbuben, jedenfalls für meine Neigung zu Buben überhaupt.
Vielleicht ist es eine gewisse Auflehnung gegen diese Welt, in die es uns unweigerlich verschlagen hat, die uns, Purpur und mir, gemeinsam ist. Überhaupt soll »Rebellion« das große Thema des nächsten Salons sein.
masXin schrieb am 9.1. 2018 um 15:26:37 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Absichtlich und unabsichtlich, oder soll ich sagen bewusst und unbewusst? es ist nicht immer unterscheidbar, indem mein Donnerstagsbub, wir waren schon zu Bett, ich glaubte ihn bereits eingeschlafen, auf einmal gestand, dass er mit einem Älteren schon einmal geschlafen habe. Ein einziges Mal, schon lange her. Dieser sei 17 bereits gewesen. Der John. Der habe dann aber eine gleichaltrigen Freund gefunden, den Alexander. Ja, in seiner Schule werde über solche Dinge ganz offen geredet. Nichts besonderes sei das.
Dann war lange Zeit Ruhe, wir mussten beide eingeschlafen sein.
Dann ein Krachen und lautes Gelächter.
Sogleich war auch Gerda, die Zimmerwirtin an der Tür, indem sie ein Unglück und Wehgeschrei vermutete.
Indes hatte sich nur Adrians Notlagerstatt zerlegt, welche aus 6 Stühlen zusammengefügt gewesen war. Das war für die Gerda ein unmöglicher Umstand. Warum denn der arme Adrian nicht in meinem Bett schlafe! Das sei doch wahrlich breit genug!
masXin schrieb am 21.6. 2018 um 10:30:01 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Indem mein Donnerstagsbub Adrian an jenem Samstag erst beim Italiener (»Piazza«), danach beim Spanier (»Don Quijote«) eine große Cola getrunken hat, sind wir wohl erst gegen 3 Uhr eingeschlafen.
Nach Mitternacht zogen wir erneut los, »Ali Baba« hatte noch auf, jetzt wollte er noch eine Pizza! - indes, ich genehmigte uns nur Mineralwasser, er ohne, ich zwei Zitronenschnitze (weil auch Kleinigkeiten registriert werden müssen, indem die halben Zitronenscheiben in meinem Glas ein schönes Ganzes bildeten wiederum), dann zurück zur Pension Silvia, die Treppen hoch (roter Kokosläufer, Messingstangen), im 1. Stock das Zimmer № 4, Tür zu, Riegel vor. Später das Versteckspiel. Aufs Bett muss ich mich legen, Gesicht ins Kopfkissen vergraben, laut bis 20, nein, 30 zählen.
Als ich ihm zum ersten Mal begegnet bin, wie war es da? Auch Nacht, und siehe da, ein Bub im Schatten der Straßenlaterne verborgen, in einer Mauerecke der Mariahilfer Kirche. Es war der erste Donnerstag dieses Jahres, daher der Name.
Zweimal muss ich die Suche aufgeben und die Deckenlampe (ein kleiner Kronleuchter sogar) einschalten. № 4 hat 3 Betten und im dritten Bett steckt er, unter der Matratze. Das andre Mal hockt er oben auf dem Kleiderkasten, hat zu mir, vom Licht geblendet, herabgeblinzelt und gelacht.
masXin schrieb am 12.3. 2018 um 09:43:22 Uhr zu
Bewertung: 10 Punkt(e)
Am gestrigen Sonntag saßen wir zu siebt um einen großen runden Tisch, und zwar, im Uhrzeigersinn, Tilda (Gastgeberin und Alexanders Großmutter), ich, Adrian, Ilyas (Adrians Sportskamerad), Alexander, John (Alexanders intimer Freund), sowie eine Freundin der Tilda, deren Name mir entfallen ist. Jedoch der schönste Moment gestern war dieser. Mein Donnerstagsbub Adrian und ich standen früh morgens, im Schlafanzug noch, am Fenster und schauten in die Stanislausgasse hinab. Indem ich lange den Adrian anschaute, von der Seite, wie er jetzt träumerisch auf die schadhaften alten Dächer hinüber sah, kam er mir ganz fremd vor mit einem Mal, wie man überhaupt von vielen Menschen im Profil einen ganz anderen Eindruck gewinnt als von vorn. Wie es denn sein müsse, wenn er ein ganz fremder Bub wäre, begann ich mir vorzustellen. Und wenn ich jetzt diesen unbekannten Buben umarmen würde, mit einem Mal, einfach so. Doch da hatte dieser fremde Bub mich selbst bereits derb am Po gepackt, indem er dassselbe Gedankenexperiment unternommen hatte wie ich! Wie es denn wäre, wenn neben ihm ein wildfremder Mann stünde, im Schlafanzug!
Wie wir lachen mussten zuerst, als wir uns diese Gedankenspiele offenbart hatten. Dann aber besannen wir uns und waren uns nahe wie noch nie.
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