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Das wichtigste äussere Ereignis der letzten Wochen ist die Neuordnung der Metropolitan-Leitung. Sie soll nun drei Köpfe haben: Herbert Whiterspoon, einen frühern Sänger, für die (ein Vierteljahr umfassende) Winterspielzeit, Edward Johnson, gegenwärtig noch als lyrischer Tenor tätig, für die anschliessende, volkstümlich gedachte Frühjahrssaison, Edward Ziegler, der bereits seit Jahren der Direktion angehört, als gewissermassen geschäftsführenden Direktor. Dem Aussenstehenden mag diese Regelung befremdlich vorkommen, angesichts der gegenwärtigen Lage der Metropolitan-Oper bedeutet sie eine Ueberleitung. Sämtliche Direktoren sind Amerikaner – das ist der eine Hauptpunkt. Whiterspoon – der andere Hauptpunkt – ist Vertrauensmann der Juilliard School, der New-Yorker Hochschule für Musik. Unter Leitung von Erskin und Hutchson verfolgt sie seit Jahren einen betont amerikanisierenden Kurs. Sie verfügt zudem über grosse Stiftungsmittel und übernimmt jetzt unter gewissen Kautelen einen beträchtlichen Teil der Opern-Subvention. Sie gliedert sich also gleichsam das Opern-Institut an, wofür die jetzige Lösung die Vorbereitung ist. Die Personen sind dabei weniger wichtig als der kunstpolitische Gedanke. Augenscheinlich zögert man aber noch ein wenig, ihn klar herauszustellen und will erst das Ergebnis des jetzigen Drei-Männer-Experimentes abwarten.
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