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Crassus: „Stiehlst du, Antoninus?“
Antoninus: „Nein, Herr.“
Crassus: „Lügst du?“
Antoninus: „Nicht, wenn ich es vermeiden kann.“
Crassus: „Hast du jemals die Götter beleidigt?“
Antoninus: „Nein, Herr.“
Crassus: „Zügelst du diese Laster aus Respekt vor den moralischen Tugenden?“
Antoninus: „Ja, Herr.“
Crassus: „Isst du Austern?“
Antoninus: „Wenn ich sie bekommen kann, Herr.“
Crassus: „Isst du Schnecken?“
Antoninus: „Nein, Herr.“
Crassus: „Betrachtest du es als moralisch, Austern zu essen, und Schnecken zu essen als unmoralisch?“
Antoninus: „Nein, Herr.“
Crassus: „Natürlich nicht. Es ist alles eine Frage des Geschmacks, nicht wahr?“
Antoninus: „Ja, Herr.“
Crassus: „Und Geschmack ist nicht das Gleiche wie Appetit und daher keine Frage der Moral, oder?“
Antoninus: „So könnte man es sehen, Herr.“
Crassus: „Das reicht. Meinen Bademantel, Antoninus!
(steigt aus dem Wasser und lässt sich ankleiden)
Mein Geschmack schliesst sowohl Schnecken als auch Austern ein.
(deutet auf am Flußufer vorbeiziehende Legionäre)
Antoninus, schau. Am anderen Ufer des Flusses. Da ist etwas, das du dir ansehen musst. Dort, mein Junge, befindet sich Rom! Die Macht, die Pracht, der Terror Roms.“
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