Die Wildrose zu Weihnachten Eines Jahres kam der Dezember ohne Harz. Die Tannen hatten sich in Karten zurückgezogen, auf denen noch Schnee lag, als wäre Erinnerung ein Wetterbericht. Man stellte Fragen an den Wald. Der Wald antwortete mit Dornen. Da brachte jemand eine wilde Rose ins Zimmer. Sie trug keine Nadeln, keine Gewissheiten, nur Hagebutten, rot wie das, was vom Winter übrig blieb. Wir hängten Sterne an ihre Zweige, vorsichtig, als müssten wir eine neue Sprache schmücken. Die Kinder fragten nicht, warum. Sie nannten es einfach Weihnachten. Draußen zählte das Thermometer keine Jahreszeiten mehr. Drinnen lernten wir, dass auch Hoffnung Dornen haben darf.