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tigerauge, am 9.2. 2007 um 14:59:07 Uhr
Kosmopolit

Die Wahl des Weltbürgermeisters gilt als Höhepunkt der Weltbürgerbewegung und stellt gleichzeitig den Anfang ihres Endes da. Mangels geeigneter externer Gegner (die Existenz außerirdischen Lebens konnte nie abschließend nachgewiesen werden, und die Aussicht auf einen Krieg mit imaginären Marsmikroben hätte die Massen sicher nicht im Sinne der Obrigkeit mobilisiert) zerrieb sich die Weltbürgerbewegung in inneren Querelen, die durchaus bis an den Rand des Bürgerkriegs gingen. Nach dem Sturz des Weltbürgermeisters entstand aus abweichlerischen Ortsgruppen und dissidenten Fraktionen eine unübersichtliche Landschaft protonationalistischer Gebilde mit stark lokal- bzw. gesinnungspatriotischen Zügen, die in vielen Fällen nicht klar voneinander abzugrenzen waren. Die Menschheit begann wieder einmal auf den Trümmern der Geschichte von vorn. Steinzeit, die zweite.


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