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mcnep schrieb am 13.3. 2005 um 22:47:59 Uhr über

Sehne

Wir kommen aus der Sandwüste
aus den Meeren von Proteus
durch öffentliche Sünde betrübte Seelen
jeder von uns mit einem Amt wie ein Vogel in seinem Käfig.
Der regnerische Herbst in diesem Loch
verschlechtert unsere Wunde
oder wie du es sonst nennst, Nemesis, Schicksal
oder nur schlechte Gewohnheiten, List und Betrug
oder mehr noch Eigennutz.
Leicht verschleißt der Mensch im Krieg;
der Mensch ist weich, ein Bündel Gemüse,
Lippen und Finger, die sich nach weißen Brüsten sehnen,
Augen die sich im Tageslicht zusammenziehen
und Beine, die trotz Erschöpfung laufen würden
nach dem leisesten Wink von Gewinn.

Der Mensch ist weich und durstig wie die Pflanze,
unersättlich wie die Pflanze, seine Nerven wurzeln,
sie breiten sich aus.
In der Erntezeit hört er lieber über fremden Feldern
die Sensen pfeifen.

Giorgos Seferis


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