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Karl schrieb am 19.5. 2001 um 21:29:45 Uhr über

Schuld

Schuldwahn

Der Kranke wähnt, er habe gegen Gott, die Gebote, eine höhere sittliche Instanz etc. gefehlt
(Versündigungswahn) oder er habe gegen Gesetze verstoßen, Vertrauen mißbraucht etc.Es kann sich
dabei um wahnhafte Einbildung handeln oder um eine von pathologischen Schuldgefühlen herrührende
maßlose Über-Wertung von realen Verfehlungen oder Vergehen. Der Kranke fühlt sich schlecht und
minderwertig, unverzeihlich und unrettbar verdammt und verstoßen. Es kann sich auch um eine
Unterlassungsschuld handeln, z. B. sich nicht genügend um die Kinder gekümmert, selbst nicht
rechtzeitig einen Arzt aufgesucht zu haben und ähnliches. Häufig sind ferner Selbstbezichtigungen wegen
Onanie, Schwangerschaftsunterbrechung, sexueller Perversionen etc. Selten findet man eine
Seinsschuld: Das Dasein als Mensch sei an sich schuldhaft oder man habe einen Auftrag im Leben,
nämlich seine Selbstwerdung, versäumt. Im Gegensatz dazu Schuldgefühle: Der Kranke fühlt sich für
eine Tat, für einen Gedanken oder für Wünsche verantwortlich, die seiner Ansicht nach vor einer
weltlichen oder religiösen Instanz verwerflich sind.


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