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Es war als ob der greise Herrscher hinübergesehen hätte in die Zeit, welche einst den Zwiespalt der Stunde nicht mehr kennen wird. Kein katholischer Geistlicher im Ornat befand sich auf dem Domplatze; kein Weihrauch, kein Kirchengesang, kein Meßgewand, kein kirchliches Gepränge wie weiland zu Friedrich Wilhelm des Vierteil Zeit. Der ganze äußere Pomp der katholischen Kirche fehlte; kein Segen ward gespendet, aber es war als ob Gott selber ein sichtbares Gnadenzeichen habe herniedersenden wollen, als der Kaiser wie in stillem Gebete vor dem Riesendome stand; denn plötzlich nun brach die langersehnte Sonne siegreich durch das Gewölle und goß die erwärmenden Strahlen ihres Lichtes verklärend über die Feier. Die Domglocken erhöhen ihre hellen Stimmen zum Kyrie Eleison, und aus dem vollen sonoren Baß der Kaiserglocke erscholl ein mahnendes pax kominidus bonao voluntatm.
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