»Die Welt begann mit dem Klang!« Diese Wahrheit hat Marius Schneider in den Mythen und Sagen vieler Völker gefunden, aber - so betont er - oft hat dieser Klang einen »Lichtcharakter«: »Alles Licht ist nur eine vorübergehende Manifestation des Schöpfungsklanges. Die Sonne ist ... nur hell und heiß gewordener Klang.« Und Kabir weiß kein höheres Lob für Gott Krishnas Flöte, als ihr zu attestieren, ihr Lied sei »hell wie eine Million Sonnen.« Ja, selbst noch in Grimms Deutschen Märchen gibt es das »tönende Licht«, das »singende Morgenrot«. Immer wieder, durch die Jahrtausende hindurch, ist dieser Gedanke des »Lichttons« - des Ineinanderübergehens von Leuchten und Tönen, von innerem Sehen und innerem Hören - mit einem Mal »da«. Es ist ein archetypischer Gedanke - von allem Anfang an in uns angelegt. Aus: Joachim-Ernst Berendt: Das Dritte Ohr. Vom Hören der Welt. Reinbek 1985.