Kraftwerksruinen Milliarden für Schrott In den 1970er und 1980er Jahren wurden weltweit 105 Atomreaktoren gebaut, die keinen oder kaum Strom geliefert haben. In Deutschland gibt es neun dieser Investitionsruinen. So sah es 1999 aus: Kühlturm des nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerks in Kalkar. Foto: dpa So sah es 1999 aus: Kühlturm des nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerks in Kalkar. Foto: dpa Köln – In den 1970er und 1980er Jahren wurden weltweit 105 Atomreaktoren gebaut, die keinen oder kaum Strom geliefert haben. Dies berichtet die Wirtschaftsredaktion des WDR-Hörfunks. Schätzungen der Redaktion zufolge wurden dafür rund 360 Milliarden Euro (in Preisen von 2009) ausgegeben. Erstmals wurden damit die Zahlen der Atomkraftwerke, die keinen oder so gut wie keinen Strom geliefert haben, und die dadurch entstandenen Fehlinvestitionen weltweit ermittelt. Die geplante (Netto-)Leistung dieser Atomruinen entspricht mit 92000 Megawatt rund einem Viertel der zur Zeit weltweit am Netz befindlichen AKW. In der überwiegenden Zahl der Fälle waren finanzielle oder technische Probleme der Grund für die vorzeitige Stilllegung oder den Baustopp. „Die Hersteller haben anfangs den finanziellen und technischen Aufwand der Atomenergie völlig unterschätzt,“ sagte der Kernphysiker Klaus Traube dem WDR. Viele der Investitionsruinen produzieren bis heute Folgekosten in Millionenhöhe − etwa für die Sicherung oder den Abriss. Allein 37 nicht funktionierende AKW wurden in den USA gebaut, gefolgt von Russland mit 18 Reaktoren. An dritter Stelle steht Deutschland mit neun atomaren Investitionsruinen im Wert von rund 22 Milliarden Euro − darunter der „Schnelle Brüter“ in Kalkar, der „THTR 300“ in Hamm-Uentrop und der „KMK“ in Mülheim-Kärlich. ( ots)