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Die Unsitte, Neger nicht Neger zu nennen, äfft Regeln aus einem Land nach, in dem bis weit in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg die Schwarzen diskriminiert wurden und als Bürger 2. Klasse galten. Dummerweise mangelt es unseren Nachäffern aber sowohl an Geschichts- als auch an Sprachkenntnissen. Ihnen ist, was das Sprachliche angeht, nämlich entgangen, dass sich das heute drüben schamhaft »the N-word« genannte Schimpfwort nicht mit »Neger« übersetzen lässt, obwohl es ähnlich klingt. Außerdem ist unseren Halbgebildeten nicht präsent, dass der drüben bevorzugte Ausdruck zur Bezeichnung der Schwarzen einer recht raschen Wandlung unterlag und noch unterliegt: erst 'negro', dann 'black', dann 'Afro-American', dann 'brown' neben erneutem 'negro'. Amerikanische Dunkelhäutige bezeichnen sich selbst oft als »us niggers«, was ihnen nun in New York auf Beschluss der Volksvertretung (wie allen anderen auch) untersagt wurde. Liberty, sweet liberty!
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