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gerichteter Graf schrieb am 9.7. 2026 um 11:11:00 Uhr über

Aberglaube

Vereinfacht gesagt ist Aberglaube der Teil der Überzeugung, der sich nicht mit der jeweiligen Amtskirche oder -- in seltenen Fällen -- einer Vernunftreligion vereinbaren lässt; es besteht natürlich noch die Möglichkeit, Aberglauben anders zu charakterisieren. Beispielsweise den »wahren Glauben« als die tiefsten metaphysischen Überzeugungen über die Natur des Seins, Gott etc., während Aberglaube sowas ist wie durch irgendwelche Rituale Geld zu bekommen oder Liebeszauber oder dergleichen.

Diese Charakterisierung ist jedoch zu eng. Einerseits gibt es in der christlichen Religion etliche Rituale, die zentraler Bestandteil der Religion sind und von deren korrekter Ausführung sich die Ausführenden auch echte Konsequenzen erhoffen, etwa die Vergebung der Sünde durch die Gabe der Sakramente, andererseits gibt es ganze Religionen, die etwa durch aus Aufsagen von Sutren Glück im Leben sich versprechen; die Religion ist in der Praxis keine Philosophie und will es auch nicht sein. Ein abstraktes Abwägen wie die Welt oder das Leben nun wirklich sei ist ihr fremd. Die Religion handelt von der Erlösung.


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