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Tief in der Nacht, wenn du aufwachst, und alles bist.
Einsam, verloren, heraus geschreckt aus einem unfertigen Traum.
Nachdenklich, voller Langsamkeit und Schwere.
Ungeduldig, Sklavin der lahmenden Zeit.
Die bittere Mischung aus Wehmut, Geilheit, Sehnsucht und Stolz, die dein Traum dir hinterlassen hat. Eben noch ein Kind, voller Hoffnung und Wissen. Ein Mädchen, verwundet vom Zweifel.
Jetzt hellwach. Auf der Hut. Buchhalterin all deiner Fehler und Sünden, Niederlagen und Rückzuge. Bändigerin deines Zorns. Was soll's?
Licht an. Die lächerliche Theatralik der Dunkelheit wird gebannt.
Musik an. Normierung der Gefühle.
Ein Glas Wasser. Der Bauch wird beruhigt.
Normalität. Nicht-Unterscheidbarkeit. Aufgehoben im Bequemen des Angepaßten.
Fetzen dummer Weisheit: einzeln nur in der Besonderung eines Allgemeinen.
Allein lachen eckt an. Allein weinen tut weh.
Viel zu heiß zum Denken. Kurzschlüsse im Hirn.
Tief in der Nacht, du bist wach, du bist alles, du bist nichts.
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