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Die Kunde von der furchtbaren Niederlage wirkte betäubend auf die in Florenz zurückgebliebenen Guelfen. Zugleich mit den Flüchtlingen des Heeres flohen sie am 9. September, besonders nach Lucca, die gut bewehrte Stadt den Siegern ohne Schwertstreich überlassend. Diese zogen schon am 12. September in sie ein. Unterwegs hatten sie in einer Versammlung zu Empoli darüber gestritten, ob Florenz nicht dem Erdboden gleich zu machen sei. Der hochherzige Farinata degli Uberti rettete aber seine Heimath vor den rachedürstenden Sienesern und Pisanern. Da die Stadt den Siegern widerstandslos die Thore öffnete, lag auch für den Generalvicar König Manfred kein Grund mehr vor, dieselbe zu verderben, namentlich da sein Verhältniss zu Pisa keineswegs ein gesichertes war. Die Früchte ihres Sieges hatten die Sienesen in ihren Händen und sie liessen sich dieselben in dem Friedensschlusse mit ihrem Rivalen, der am 25. November erfolgte, nicht entgehen. Es wurde ein Schutz- und Trutzbündniss nebst Handelsvertrag abgeschlossen, die Florentiner verzichteten auf alle ihre Ansprüche auf die südlich von Siena gelegenen Gebiete, Städte und Castelle, wie Montalcino, Montepulciano u. s. w., welche die Ursache des Krieges gebildet hatten, nicht minder aber auch auf die seit einem Jahrhundert strittigen Grenzdistricte zwischen den Grafschaften beider Städte, auf Castiglioncello dello Trinoro, Poggibongi, Staggia u. s. w. Es mochte dem florentinischen Adel nicht leicht werden, diese Orte, um die ihre Vaterstadt so lange gekämpft hatte, wieder herauszugeben. Aber dagegen war jetzt kein Widerstand möglich. Erfreulicher war ihm sicher der Umsturz der Verfassung von 1250.
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