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mcnep, am 2.5. 2005 um 01:23:09 Uhr
Stimme

In Augenblicken tiefster Betrübnis suche ich zuweilen Trost darin, durch die Wohnung zu gehen und mich oder ein Abwesendes auf das Geratewohl mit all jenen Koseworten zu belegen, die mein verstorbener Partner über die Jahre für mich gebraucht hat. Mein Schatz, mein Spatz, mein Herzlieb; ich spreche meinen Namen mit seiner Betonung, versichere mich in seinen Worten meiner Liebedas alles würde auf Außenstehende ohne jeden Zweifel schon sehr bedenklich wirken und so mancher würde vielleicht glauben, er sieht einem Narziss in den Stunden seines Nervenzusammenbruchs zu. Aber das sind alles sehr präzise abrufbare Mantras, mit denen ich in einer Art Invokation gleichsam Konrads Nähe beschwöre, bis meine Sprache, einem eingependelten Obertongesang gleich, die Frequenz der geliebten Stimme zumindest mit dem inneren Ohr gefunden hat; sein kraftvoller und doch so sanfter Baß, der über all die Jahre für mich der reinste Ausdruck seines soviel Geborgenheit ausstrahlenden Wesens war.


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