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Wochenende - da sausen ganz unterschiedliche Erinnerungen durch mich durch:
Da ist mein Vater, der glücklich lächelnd auf dem Balkon sitzt, nachdem er den Rasen geschnitten hat. Da ist meine Mutter, die Schaschliks im Infra-Grill macht, mit Spaghetti dazu.
Da sind Samstagmorgende im Halbschlaf und im Mathematikunterricht, Kneipenabende, Nachtspaziergänge, Joints.
Da sind die endlosen Wochenend-Dienste, von 06.00 bis 18.00 bei der Wach- und Schließ-Gesellschaft, bei der ich jobbte, mein Studium betrieb, vereinsamte in den leeren Wochen dazwischen.
Da sind die einsamen Einkaufstouren aus dem öden Nachwende-Ossi-Land in den Westen - 50 km hin und wieder zurück für halbwegs geniessbare Lebensmittel. Dann spätes Frühstück, Fernsehn, und Sofa-Schlaf. Jahre lang.
Da sind Wochenenden in Leverkusen, in Heidelberg, in der Schweiz, in einem Swingerclub im Sauerland.
Die rettenden Inseln im Katarakt der Wochentage - Hoffnungsträger, Ruhezonen. Niemand, der etwas von einem will - oder eine Zeit, in der man jeden abwimmeln kann, der anruft. Weil doch Wochenende ist.
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