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mcnep, am 3.10. 2005 um 16:39:50 Uhr
Kopfnote

Es ist so eine Sache mit der Kopfnote. Um kurz in den tuckigen Jargon der Duftindustrie zur verfallen: Sie ist die Ouvertüre, in der die zentralen Motive des Stücks anklingen. Da aber vor allem die schwereren, lange auftragenden Basisnoten den gewollten Eindruck von Frische stören würden, beschränken sich viele Parfums auf eine zitrusbasierte Kopfnote, die oft nur wenig mit dem sich später entwickelnden Geruch zu tun hat. Ein Grund, weshalb man nicht nur mit Geldbörse, sondern auch mit viel Zeit im Parfümerien gehen sollte, ein Duft kann nach einigen Minuten noch einmal völlig in eine andere Richtung kippen. Und dann hat er meist noch nicht den Test an der eigenen Haut bestanden, der nach bestandener Papierstreifenprobe folgen sollte. Kurz, die Kopfnote ist der vergänglichste und zu vernachlässigendste Teil eines Parfums. Einen Duft nach ihr auszuwählen ist, als würde man einem Mann in Freizeitkleidung ewige Treue schwören, ohne ihn zuvor im Anzug und nackt gesehen zu haben.


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